News

Buchmesse und Schlamperei
12. Oktober 2015

Die Buchmesse wird ziemlich genau morgen eröffnet, und wie immer sind wir daselbst vertreten, am seit Jahren gewohnten Ort, Halle 4.1, F 71. Wir freuen uns rasend über Besuch und bieten auch einige Veranstaltungen mit unserer indonesischen Autorin, Leila S. Chudori. Die Details stehen hier:

http://www.weidleverlag.de/w/?p=1120

Dummerweise meldet der Buchhandel momentan vielfach und fälschlich, Leila S. Chudoris Buch, »Pulang (Heimkehr nach Jakarta)« sei nicht lieferbar. Es ist nur bei dem Grossisten Libri nicht lieferbar, die Bücher wurden rechtzeitig angeliefert, aber im Wareneingang verschlampt. Sie sind gefunden, und angeblich heute noch soll die Meldung wieder geändert werden. Wenn Sie also das Buch nicht bekommen, rufen Sie bei uns an, oder schicken Sie uns (viel besser!) eine mail, wir senden Ihnen das Buch dann portofrei zum Ladenpreis zu.


Die Buchmesse droht!
4. Oktober 2014

Ihr Leserlein kommet
Oh kommet doch all
Zur Grippe her kommet
In unsere Hall’

Auch in diesem Jahr wird die »Klimaanlage« der Halle 4.1 ihr Virenwerk an uns allen tun. Aber bis sie uns nachmessig aufs Lager wirft, können wir uns noch berührungsfrei treffen (höchstens Ellbogenreiben ist erlaubt), und zwar an unserem Stand F71. Dort kann nötigenfalls ein schottischer Abwehrzauber inhaliert werden.

Wir versuchen darüber hinaus einiges zu bieten auf dieser Messe, denn unser resistenter finnischer Autor Mooses Mentula wird ab Donnerstag in Frankfurt sein. Seine Termine:

Donnerstag, 17 Uhr, an unserem Stand: Präsentation seines Buches »Nordlicht – Südlicht«, übersetzt von der ebenfalls anwesenden Antje Mortzfeldt, gleichzeitig Startschuß zu: Wir tanzen aus der Reihe, dem Gemeinschaftsmegaevent aller Verlage der Kurt Wolff Stiftung in den Gängen F & G und um die Leseinsel.

Freitag, 10. Oktober 18:30 Uhr
Alte Nikolaikirche (Römerberg 11, 60311 Frankfurt a.M.)
Open Books
Lesung: Mooses Mentula
Lesung deutsch: Zoë Beck
Moderation: Barbara Weidle
Übersetzung: Antje Mortzfeldt

Samstag 11. Oktober, 12 Uhr bis 12:30 Uhr
Finnischer Pavillon
Lesung und Gespräch mit Mooses Mentula
Moderation: Barbara Weidle

Sonntag, 12. Oktober, 13 Uhr
Leseinsel der unabhängigen Verlage (Halle 4.1.)
Lesung: Mooses Mentula
Lesung deutsch: Antje Mortzfeldt
in Zusammenarbeit mit der taz

Er wird danach noch weitere Zonen der Republik beglücken und sich in die Schweiz wagen, Details hier:

http://www.weidleverlag.de/w/?p=1045

Am Mittwoch um 12 Uhr (da sind wir noch alle gesund und sprechfähig) stellt der komplette Vorstand der Kurt Wolff Stiftung den nagelneuen Gemeinschaftskatalog »Es geht um das Buch« vor. Wie immer auf der Leseinsel der unabhängigen Verlage.

Freitag um 15 Uhr gibt es dann ein Podiumsgesgekrächze mit Friedrich Forssman und SW bei der Stiftung Buchkunst (4.1, Q17). Titel »schöner verlegen«.

Und Freitag abend: Bekanntgabe des Preises der Hotlist, ab 21 Uhr im Literaturhaus Frankfurt. Wir sind auf Liste & Party.


Ganz neu jetzt mal wieder
20. August 2014

lange haben wir uns in Schweigen gehüllt und still gearbeitet, damit wir jetzt gleich zwei neue Titel ankündigen können:

Vor etwa 10 Tagen erreichte die Tetralogie von Pétur Gunnarsson auch im Deutschen den Zustand der Vollständigkeit – leider bringen es die allerwenigsten Tertralogien auf mehr als vier Bände. Der letzte Band heißt also nicht zufällig »Das vierte Buch über Andri«, kann aber mit demselben Vergnügen als erster Band gelesen werden, da er sozusagen an dem Punkt endet, als der Autor-Andri beginnt, den ersten Band, also »punkt punkt komma strich«, zu schreiben. Das klingt weniger verwirrend, als es ist, und wurde wie immer von Benedikt Grabinski übersetzt.

Gestern erst kam unser Beitrag zum Gastlandauftritt Finnlands vom Buchbinder:

Mooses Mentula: »Nordlicht – Südlicht«, übersetzt von Antje Mortzfeldt

Der Roman erzählt vom Leben in Lappland, von der Rentierzucht und der Wildschweinzucht, vom Leben in der Natur also. Das könnte harmonisch-skandinavisch daherkommen, tut es aber nicht, denn hier handelt es sich um eine Familie (»Wer sich in Familie begibt, kommt darin um«, sagt Doderer). Um eine zumal, bei der die Mutter aus Finnlands zivilisiertem Süden stammt (»Südlicht«, nennt man die von dort Zugereisten in Lappland) und nicht mehr so recht weiß, wohin sie gehört, vielleicht gar zum neuen Lehrer ihres Sohnes?

Der Roman wurde in Finnland mit Begeisterung aufgenommen; es ist der erste von Mooses Mentula, der aber bereits am nächsten arbeitet (da wir die Gastlandauftritte zur Erweiterung des Programms nutzen, besteht durchaus Hoffnung, daß wir auch das nächste Werk herausbringen werden).

Mooses Mentula, der im wirklichen Leben Schulleiter ist, kommt zur Buchmesse nach Frankfurt und schließt eine kurze Lesereise (Bonn, Köln, Berlin, Zofingen/CH) an. Sein Buch wird im Oktober Buch des Monats der Nordischen Botschaften in Berlin sein.

Näheres verrät Ihnen unsere Herbstvorschau, die Sie hier:

http://www.weidleverlag.de/weidleverlag_herbst.pdf

runterladen können.

Die Daten der Lesungen:

Buchmesse Frankfurt:
Donnerstag, 9. Oktober
Empfang für Mooses Mentula Weidle Verlag 17 Uhr,
Halle 4.1, F71

Freitag, 10. Oktober
18.30 Uhr
Alte Nikolaikirche (Römerberg 11)
Open Books
Lesung: Mooses Mentula
Lesung deutsch: Zoë Beck
Moderation: Barbara Weidle
Übersetzung: Antje Mortzfeldt

Samstag, 11. Oktober
Finnischer Pavillon: 12 Uhr bis 12.30 Uhr
Lesung und Gespräch mit Mooses Mentula
Moderation: Barbara Weidle

Sonntag, 12. Oktober
Insel der unabhängigen Verlage Halle 4.1 (ca. 13 Uhr)
Lesung: Mooses Mentula
Lesung deutsch: Stefan Weidle
Übersetzung: Antje Mortzfeldt

Montag, 13. Oktober:
Bonn
Buchhandlung Böttger
Maximilianstraße 44
53111 Bonn
20 Uhr
Lesung: Mooses Mentula
Lesung deutsch: Wolfgang Schiffer
Moderation: Barbara Weidle

Dienstag, 14. Oktober:
Berlin
Nordische Botschaften Felleshus/Gemeinschaftshaus
Rauchstraße 1
10787 Berlin
19 Uhr
Moderation:
Anne Maarit Mäkelä
Lesung: Mooses Mentula
Lesung deutsch: Zoë Beck

Donnerstag, 16. Oktober
Köln
Literatursalon Claudine Engeser
Novalisstraße 4
50968 Köln
20 Uhr
Lesung Mooses Mentula
Lesung deutsch: Wolfgang Schiffer
Moderation: Barbara Weidle
(nicht öffentlich, Voranmeldung über den Verlag möglich)

Freitag 17. bis Montag 20. Oktober:
Zofingen, Schweiz
Literaturtage

Samstag, 18. Oktober
Hotel Zofingen
16.30 Uhr
Lesung: Mooses Mentula
Lesung deutsch: Yvonne Oesch,
Übersetzer: Stefan Moster
Moderation: Barbara Weidle

Sonntag, 19. Oktober
Hotel Zofingen
14.30 Uhr
Diskussion zum Thema Schule / Lesen etc.
mit Mooses Mentula, Markku Kivinen und Anna-Maija Mertens (Leiterin Finnland-Institut, Berlin)
Moderation: Petra Bäni


Herbst
30. April 2014

Kaum ist der Maibaum gefällt, da ist auch schon die Herbstvorschau fertig. Und kann wohlgefällig betrachtet werden.

Link zum Wohlgefallen

Kurz davor wurde auch noch unser letzter Frühjahrstitel fertig, »Die Armee der namenlosen Revolutionäre. Rußland 1905« von Michel Matveev, aus dem Französischen übersetzt und mit einem Nachwort von Rudolf von Bitter. Diese Armee schickt sich nun an, die Bestsellerlisten zu erobern, und Sie können ihr sogar dabei helfen. Wie, das erfahren Sie in Ihrer örtlichen Buchhandlung. Eines der seltsamsten Bücher, die wir publiziert haben, zugleich eines, das sich im Gedächtnis festsetzt und dort bleibt. Es erzählt eine heroische Geschichte mit einer Lakonie, die jedes Pathos verhindert. Es handelt von Menschen, die für eine Sache, die sie für gerecht hielten, starben oder zumindest ihr Leben für sie einsetzten. Und vom unrühmlichen Ende der Revolution von 1905, die wir im wesentlichen aus Sergei Eisensteins Film »Panzerkreuzer Potemkin« kennen.

Link zur Revolution

Wer regelmäßiger über unsere vielfältigen Aktivitäten informiert werden will:

Link zur Vielfalt


Flachmann
14. April 2014

Rechtzeitig zum Osterfest ist unser erstes Buch erschienen, das sich mit den Freuden der Ausschweifung beschäftigt:

Wolfgang Kubin

Die Geschichte eines Flachmanns

Schnaps-Essays

Wolfgang Kubin ist nicht nur Sinologe, Lyriker, Übersetzer und Fußballspieler, sondern auch Flachmann-Fachmann. Mit ebenjenem reist er zwischen China und Bonn hin und her; Gründonnerstag kommt er aus Peking, und gewiß findet sich Hochprozentiges in seinem Gepäck. Was er geschrieben hat, ist eine kleine Kulturgeschichte des Schnapsens zwischen Deutschland und China, so unterhaltsam wie lehrreich. Es wird noch ein bis zwei Wochen dauern, bis das Buch in den Buchhandlungen auftaucht, wer es noch zu Ostern verschenken will, wende sich vertrauensvoll an uns, entweder per mail oder Facebook (Weidle Verlag).

Link in den Flachmann Sendung


Märzliches
27. März 2014

Ziemlich viel Wasser ist den Rhein hinabgeflossen, hat aber entgegen allen Erwartungen unsere Felle nicht mitgenommen. Im Gegenteil. Wir haben Frühjahrsputz gemacht, die Website runderneuert, waren in Leipzig auf der Buchmesse und haben sogar den ersten Frühjahrstitel fertigbekommen:

Giovanni Orelli: »Die Brille des Gionata Lerolieff«. Aus dem Italienischen von Maja Pflug.

Link zum Buch

Die beiden anderen Titel sind einiger Turbulenzen wegen noch nicht fertig, doch die Schnapsessays von Wolfgang Kubin, »Die Geschichte eines Flachmanns«, sind immerhin schon im Druck und werden vielleicht sogar noch den Osterhasen erfreuen können. Die Endkorrektur der Fahne von Michel Matveev, »Die Armee der namenlosen Revolutionäre. Rußland 1905«, hat stattgefunden, das Buch geht Montag zur Druckerei Reinheimer nach Darmstadt.

Wir bereiten schon das extrem aufregende Herbstprogramm vor und werden gelegentlich von den Ständen der Dinge berichten, raten aber allen, sich zusätzlich auf Facebook mit uns zu verbinden, um à jour zu bleiben.


Buchmesse!
1. Oktober 2013

Bald öffnet das diesjährige Dschungel(buch)camp seine Pforten, und alle ziehen ein, ohne gleich wieder hinausgewählt werden zu dürfen. Was dazu führen könnte, daß sich gefährliche Erreger einschleichen, um unsere labilen Körpersysteme zu zersetzen. Rüsselpest ist da noch harmlos. Also bitte, wie alljährlich: Wer nach Frankfurt kommt, bereite sich entsprechend vor, am besten vakzinös. Als Begrüßungsgeste schlage ich ein vorsichtiges Aneinanderreiben der Ellbogen vor, natürlich nur bei nachgewiesener Langärmeligkeit. Papiertaschentücher und hochländische Heilwasser gäbe es eventuell bei uns im Container 4.1, F71.

Wir bekommen hohen Besuch von ganz unten: Carl Nixon aus Neuseeland besucht das Camp und stellt seinen neuen Roman, »Settlers Creek«, vor. Das tut er gleich in mehreren Containern:

Donnerstag, 10.10.2013

Weltempfang-Bühne, 5.0 E81

16:30 bis 17:30

Die ganze Welt lesen – 5 Jahre Bestenliste Weltempfänger

Podiumsgespräch

Mit: Carl Nixon (Neuseeland), Luiz Ruffato (Brasilien),

Moderation: Ilija Trojanow, Juryvorsitzender der litprom-Bestenliste Weltempfänger

Anschließend Sektempfang (wurmfrei) in der Koje des Weidle Verlags, Container 4.1, F71 im Rahmen von »Wir tanzen aus der Reihe«. Wer Dschungel(buch)könig werden will, muß sich hier sehen lassen!

Samstag, 12.10.2013

ARTE 4.1 L1

13:00 bis 13:45

Weltempfänger

Die »andere« Bestenliste: Jurymitglied Thomas Wörtche im Gespräch mit Carl Nixon.

Samstag, 12.10.2013

Leseinsel der unabhängigen Verlage 4.1 C37

15:00 bis 16:00

Buchvorstellung »Settlers Creek« mit Stefan Weidle und Zoë Beck, die den deutschen Text liest.

Sonntag, 13.10.2013

Weltempfang-Salon 5.0 E81

11:30 bis 12:30

JungeMedienJury trifft Carl Nixon

Moderation: Roswitha Kopp

Und wir bekommen gar Besuch aus dem Dschungelland Brasilien! Victor und Marta Klagsbrunn, die Erben des großen Fotografen Kurt Klagsbrunn, stellen den Bildband »Kurt Klagsbrunn. Fotograf im Land der Zukunft« vor, gemeinsam mit der Herausgeberin, Barbara Weidle. Wiederum bei uns, am Donnerstag, den 10. Oktober von 15:30 Uhr bis 16:30 Uhr. In größerem Rahmen spielt sich das am nächsten Abend (Freitag) um 19 Uhr in der Deutschen Nationalbibliothek, Adickesallee 1, ab, dann wird der brasilianische Autor Luis Krausz dabeisein. Und auch wir haben für dieses Ereignis Ausgangserlaubnis aus dem Camp bekommen.


Carl Nixon, »Settlers Creek«
10. September 2013

Unsere Website wird derzeit runderneuert, deshalb gibt es nur ziemlich rudimentäre Informationen darauf. Aber die News-Funktion scheint sich berappelt zu haben. So daß ich voller Stolz verkünden kann, daß Carl Nixons zweiter Roman, »Settlers Creek«, erschienen ist und sicher in den nächsten Tagen im Buchhandel auftaucht. Eine Leseprobe gibt es hier:

http://issuu.com/weidleverlag/docs/leseprobesettlers_creek

Carl Nixon kommt auch in diesem Jahr wieder nach Frankfurt zur Buchmesse und absolviert dort ein paar Auftritte. Ansonsten ist er an folgenden Orten anzutreffen:

4.10. 20:30 Uhr: Berlin, Buchhandlung Ocelot, Brunnenstraße 181

14.10. 20 Uhr: Bonn, Buchhandlung Böttger, Maximilianstr. 44

17.10. 19 Uhr: Hamburg, Amerikazentrum, Am Sandtorkai 48

Den deutschen Text wird an allen Stationen Zoë Beck lesen, die dem neuseeländischen Kollegen ihre Stimme leiht. Und ich, Carls Übersetzer, bin ebenfalls dabei. Für Berlin und Hamburg spendet die neuseeländische Botschaft Wein. Wir bedanken uns bei der Publishers Association of New Zealand (PANZ).


Kurt Klagsbrunn
4. August 2013

Wir möchten Sie auf unsere Neuerscheinung im September zum

Gastlandauftritt Brasiliens bei der Frankfurter Buchmesse

aufmerksam machen:

Kurt Klagsbrunn: Reporter im Land der Zukunft

Mit Beiträgen von Erich Hackl, Victor Klagsbrunn, Marta

Klagsbrunn, Luis Krausz und Klaus Honnef

Hrsg. von Barbara Weidle und Ursula Seeber

Mitarbeit: Victor und Marta Klagsbrunn

Weidle-Verlag Bonn, 2013

Ca. 200 Seiten

200 SW-Fotografien, Duoton

39,00 Euro

150.000 Negative, einige Vintages, Kontaktabzüge und Dokumente hinterließ der Fotograf Kurt Klagsbrunn seinem Neffen Victor Klagsbrunn, als er 2005 im Alter von 87 Jahren in Rio de Janeiro starb. Kurt Klagsbrunn, 1938 aus Wien geflohen und 1939 in Rio de Janeiro als Emigrant angekommen, war seit 1941 als Fotograf in Brasilien tätig. In Wien hatte er, aus einer jüdischen Familie stammend, ein Medizinstudium begonnen, das er nicht zu Ende führen konnte. Seine beiden Kameras konfiszierten die Nazis gleich nach dem »Anschluß«. Kurt Klagsbrunn machte in Brasilien Reportagen für »Time« und »Life« sowie für die brasilianische Illustrierte »O Cruzeiro«, die eine große Rolle bei der Entstehung des brasilianischen Fotojournalismus und damit der Weiterentwicklung der brasilianischen Fotografie spielte. Er fotografierte die Menschen in Rio und auf seinen Reisen, prominente Brasilianer, den amerikanischen Regisseur Orson Welles. Er beobachtete große Sportereignisse. Dabei hatte er stets einen eigenen, ganz frischen und sehr formbewußten Blick. Der Besuch Harry Trumans, die Fußball-WM 1950, immer wieder Rio de Janeiro und seine Bewohner, São Paulo, Brasília, das Leben der Stadtbevölkerung, der gesellschaftliche Wandel, Karneval, Feste, Mode, Hochzeiten, einfache Leute und Mitglieder der High Society – in seinen Bildern spiegelt sich das Land und seine Gesellschaft in den 1940er und 1950er Jahren. Kurt Klagsbrunn gilt als Chronist der Entwicklung Rio des Janeiros in dieser Zeit.

Seine Bilder sind häufig für den medialen Gebrauch publiziert, aber bis 2013 nie in einem Buch zusammengefaßt worden. Nur so aber läßt sich die Bedeutung dieses »Pioniers der Gesellschaftsfotografie« (Klaus Honnef) in Brasilien wirklich erkennen.

Der Gastland-Auftritt Brasiliens zur Frankfurter Buchmesse im Herbst 2013 war für den Weidle Verlag, der sich u.a. auf Literatur der Emigration, Kunst und Fotografie konzentriert, Anlaß, das vielseitige und qualitätvolle Werk Kurt Klagsbrunns im deutschsprachigen Raum vorzustellen. In Brasilien erschien im Frühjahr bereits ein erster umfangreicher Bildband (Refúgio do olhar. A fotografia de Kurt Klagsbrunn no Brasil dos anos 1940, hg. v. Mauricio Lissovsky, Marcia Mello, Marta Klagsbrunn; Rio de Janeiro 2013), ebenfalls unter Mitarbeit von Victor und Marta Klagsbrunn. Das nun anzuzeigende Buch präsentiert den Fotografen aus europäischer Sicht.

Der österreichische Schriftsteller und Lateinamerika-Experte Erich Hackl schrieb einen Essay über die Familie Klagsbrunn in Wien, Victor und seine Frau Marta Klagsbrunn schildern ihre persönlichen Erinnerungen an den Onkel, der Fotohistoriker Klaus Honnef würdigt das fotografische Werk und ordnet es in die Fotogeschichte ein. Luis Krausz, brasilianischer Autor und Literaturwissenschaftler mit ebenfalls österreichischen Wurzeln, schildert seine Eindrücke zu den Fotografien aus dem Brasilien der 1940er und 1950er Jahre.

Buchpräsentationen:

7. Oktober 2013

Literaturhaus Wien

Mit Erich Hackl, Victor und Marta Klagsbrunn und Ursula Seeber

11. Oktober 2013

Deutsche Nationalbibliothek Frankfurt

Mit Victor und Marta Klagsbrunn, Luis Krausz, Sylvia Asmus und Barbara Weidle

(Veranstaltung im Rahmen der Ausstellung der Deutschen Nationalbibliothek zum deutschsprachigen Exil in Brasilien 1933 – 1945. In dieser Austellung sind auch Fotografien von Kurt Klagsbrunn zu sehen.)

Sollten Sie Fragen oder Materialwünsche haben, kontaktieren Sie uns bitte:

Barbara Weidle

Weidle-Verlag

Beethovenplatz 4

D-53115 Bonn

bw@weidle-verlag.de

www.weidle-verlag.de

Tel. +49 172 3963904

Dr. Ursula Seeber

Österreichische Exilbibliothek im Literaturhaus

Seidengasse 13 | 1070 Wien | Österreich

Tel. +43 1 5262044-20 | Fax +43 1 5262044-30

us@literaturhaus.at | www.literaturhaus.at

Ohne die grosszügige Unterstützung der Kunststiftung NRW,

Düsseldorf und die Förderung durch das Bundesministerium für

Unterricht, Kunst und Kultur (bm:ukk), den Zukunftsfonds der

Republik Österreich und die Gesellschaft der Freunde der

Österreichischen Exilbibliothek wäre die Publikation nicht

möglich gewesen.


Ana Nobre de Gusmão: Die Gefangene von Emily Dickinson
8. Juli 2013

endlich ist er erschienen, der dritte Roman von Ana Nobre de Gusmão: »Die Gefangene von Emily Dickinson«. Angekündigt war er für April. Wenn Sie irgendwann hineinschauen, werden Sie rasch erkennen, weshalb es so lange gedauert hat: Die Typographie hat uns schwer beschäftigt, nicht allein der vielen Piktogramme wegen, die gesucht werden mußten, sondern ebenso wegen der verschiedenen Textebenen, die wir auseinanderhalten wollten. So spricht jetzt Emily Dickinson in einer Schrift (Caslon), die zu ihrer Zeit gebräuchlich war, die Gedanken der Erzählerin sind grau gedruckt, und natürlich haben die integrierten Internet-Chats ebenfalls ihre eigene Type und ihre Emoticons. Satztechnisch also das wohl aufwendigste Buch, das Friedrich Forssman und ich gemeinsam in die Welt gesetzt haben. Wir hatten tonnenweise Spaß dabei.

Die Übersetzung war ein Experiment, eine Gruppe von Studentinnen und Studenten hatte sie sich unter Leitung ihrer Professorin, Cornelia Sieber, vorgenommen (und hat für das Projekt inzwischen sogar einen Preis eingeheimst). Ich habe an einer Sitzung der Übersetzergruppe teilgenommen, zusammen mit der Autorin und dem Lektor des Buches, Michael Kegler, und war sehr angetan von dem Engagement der jungen Leute und ihrer unablässigen Suche nach dem »mot juste«. Auch Michael Biberstein, gebürtiger Schweizer, nahm teil und war eine große Hilfe. Er war der Mann von Ana Nobre de Gusmão; am 5. Mai ist er plötzlich gestorben. Ihm ist das Buch gewidmet. Wer sich in den Verlagsannalen auskennt, erinnert sich vielleicht, daß die Einbände des »Helianth« von Albrecht Schaeffer von Michael Biberstein stammen, ebenso der Umschlag des »Napoleon« von Teixeira des Pascoaes.

Das Buch ist nicht nur ein spannender, äußerst verspielter Roman, sondern eben auch eine ganz wunderbare Hommage an Emily Dickinson, deren Biographie das Buch fast nebenher erzählt, und zwar so, daß man unbedingt sofort nach ihren Gedichten greifen will. Aber Vorsicht: Es kann sein, daß man selbst in Gefangenschaft gerät. Wie ich, angelockt zum Beispiel hiervon:

To make a prairie it takes a clover and one bee,

One clover, and a bee,

and revery.

The revery will do,

If bees are few.

Herzliche Sommergrüße,

Stefan Weidle


Herbst
25. Mai 2013

Die Herbstvorschau ist fertig und liegt schon gedruckt im Verlag. Kommende Woche wird sie an die Presse verschickt, sie ist aber auch schon hier zu betrachten:

Link zum Virtualienmarkt

und kann hier runtergeladen werden:

Link zum Ladeplatz

Wir waren gerade in Neuseeland und haben Carl Nixon getroffen, der uns die Orte seines nächsten Romans gezeigt hat, »Settlers Creek«, den ich gerade übersetze, damit er pünktlich zur Buchmesse erscheinen kann. Carl Nixon wird in diesem Jahr wieder nach Frankfurt kommen und das Buch vorstellen; wer eine Lesung mit ihm veranstalten möchte, melde sich bitte. Er wird etwa zwei Wochen im Lande sein.

Auch von der Mirbeaufront gibt es erstaunlich gute Nachrichten, das Buch, »628-E8«, ist gedruckt und wird derzeit gebunden. So erscheint es nun endlich mit nur dreijähriger Verspätung, ist aber in dieser Zeit auch um 200 Seiten gewachsen und 6 Euro teurer geworden.

Der ebenfalls verspätete Roman von Ana Nobre de Gusmão, »Die Gefangene von Emily Dickinson«, befindet sich in statu nascendi und wird schon bald ins Sonnenlicht treten; er bot einige typographische Herausforderungen, die Friedrich Forssman aber inzwischen erfolgreich bezwungen hat.

Und damit melde ich mich von der Welt ab und kehre in meine Übersetzung zurück – 136 Seiten liegen hinter, aber 194 vor mir.


Nächste Auflage
3. Februar 2013

Unser Buch »Die Manon Lescaut von Turdej« von Wsewolod Petrow erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit. Derzeit sogar so großer, daß es nicht lieferbar ist, weder beim Barsortiment noch bei Internetanbietern (nicht mal bei uns). Doch sollte man sich von den Meldungen der diversen Nichtverkäufer nicht irritieren lassen, es ist weder die Neuauflage ungewiß noch stimmt der Liefertermin Anfang März. Richtig ist vielmehr, daß am Dienstag, den 5. Februar die 3. Auflage fertig ist und beim Verlag wie bei der Auslieferung eintrifft. Erfahrungsgemäß aber dauert es dann eine Woche, bis die Barsortimente (vulgo Großhandel) diesen erfreulichen Umstand datenmäßig erfaßt haben. Der größte Internethändler braucht gar noch länger. Also wende man sich vertrauensvoll an den unabhängigen Buchhändler um die Ecke und sage ihm, er möge es doch bitte direkt bei der Verlagsauslieferung bestellen. Oder sich an den Verlag wenden. Übrigens wird wohl auch die 4. Auflage nötig werden – damit die unfehlbarste aller Verlegerweisheiten auch in diesem Falle zutreffen kann: Die letzte Auflage ist immer zuviel.


Wsewolod Petrow in der ZEIT
17. Januar 2013

Wer DIE ZEIT von heute liest, findet auf Seite 43 eine wunderbare Besprechung der Novelle von Wesewolod Petrow, »Die Manon Lescaut von Turdej«. YIPPEEE!


Frühjahr 2013
8. Dezember 2013

Unsere Frühjahrsvorschau ist zwar noch nicht gedruckt, aber immerhin schon mal elektronisch zu bestaunen:

Link in den Frühling


SWR-Bestenliste
Es gibt mails, die man gerne liest. Diese etwa:

Lieber Herr Weidle

ich muss meine Aussage von gerade eben bezüglich der Sperrfrist korrigieren. Sie dürfen ab sofort veröffentlichen, dass das Buch von Wsewolod Petrow auf der SWR Bestenliste im Monat Dezember auf dem 8. Platz gelandet ist.

Tut mir leid...habe mich da gerade vertan mit meiner Aussage.

Mit freundlichen Grüßen


Buch des Monats
1. November 2012

Und ein erfreulicher nachtrag: Wsewolod Petrow, »Die Manon Lescaut von Turdej« wurde eben von der Darmstädter Jury zum Buch des Monats November gekürt.

Link nach Darmstadt

Wir freuen uns mit dem Übersetzer, Daniel Jurjew, und Oleg Jurjew (Nachwort)und Olga Martynova (Kommentar). Gefeiert wird am 21.12. in Frankfurt.


Herbstreisen
1. November 2012

kaum ist die Messe um, ist man erst mal krank. Ich, ungeimpft, zumindest. So ganz allmählich aber taucht nun doch die Dammkrone wieder vor dem tränenden Auge auf, und ich hoffe sehr, mich bald wieder auf derselben tummeln zu können. Es gäbe gar in unferner Zukunft zwei erstrangige Gelegenheiten zu gemeinschaftlichem Tummeln (Ansteckungsgefahr sollte vorüber sein):

Am 6. November nämlich wird um 19 Uhr in der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt am Main eine Ausstellung zu Soma Morgenstern und Joseph Roth eröffnet, und da wir dazu ein Begleitbuch publiziert und Leihgaben beigesteuert haben, werden wir anwesend sein. Näheres finden Sie hier:

Link zur DNB

Und am 9. November sind wir dann schon in Tübingen, woselbst eine Tagung zu Hans Sahl stattfindet. Um 20:30 Uhr sind wir im Hölderlin-Turm und stellen dort den Gedichtband »Die hellen Nächte« von Hans Sahl vor. Ich habe Hans Sahl noch gut gekannt, und wir haben einstmals zusammen die Publikation des Riesenromans »Die Verschwörung der Zimmerleute« von Hermann Borchardt auf den Weg gebracht (eingeleitet übrigens von Sahls unvergeßlichem Satz: »Haben Sie nicht Lust, mit mir zusammen finanziellen Selbstmord zu begehen?«). Deshalb bin ich sehr froh (nein, mehr als das), dieses Buch herausbringen zu können, gewidmet haben wir es dem Andenken an Ute Sahl (wer sie kannte, weiß, warum). Das Programm der Tagung finden Sie hier:

Link zur Tagung

Zu beiden Büchern:

Link dazu

Daß der Roman »Rocking Horse Road« von Carl Nixon in diesem Monat auf der KrimiZeit-Bestenliste auf Platz 3 geführt wird, ist mehr als erfreulich. Das Buch verkauft sich inzwischen so gut, daß die zweite Auflage bereits gedruckt ist. Fast dasselbe gilt für »Die Manon Lescaut von Turdej« von Wsewolod Petrow, nach einer wunderbaren Rezension von Ina Hartwig in der Süddeutschen war die erste Auflage innerhalb einer Woche weg. Das erlebt man auch nicht alle Tage. Mehr zu beiden Büchern finden Sie auf unseren entsprechenden Seiten.


Carl Nixon in der ZEIT und in Frankfurt
27. September 2012

Der Roman »Rocking Horse Road« von Carl Nixon ist in diesem Monat auf Platz 4 der KrimiZeit-Bestenliste!

Link zur Liste

Und der Autor kommt nach Deutschland! Hier die Termine:

Berlin

Freitag, 5. Oktober, Literaturhaus Berlin

Fasanenstraße 23 10719 Berlin

Moderation: Stefan Weidle

Bonn

Montag, 8. Oktober, Literaturhaus Bonn (gemeinsam mit Eleanor Catton, Witi Ihimaera, Lloyd Jones)

Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Friedrich-Ebert-Allee 4, 53113 Bonn

Es liest Ulrich Noethen

Moderation: David Eisermann, Stefan Weidle

Frankfurt

9. bis 14. Oktober:

Buchmesse Frankfurt. Samstag, 14 Uhr Leseinsel der unabhängigen Verlage, Halle 4.1. Die anderen Termine bitte erfragen in Halle 4.1, F139 (Weidle Verlag)

Salzburg

Montag, 15. Oktober, Literaturhaus Salzburg

Strubergasse 23/H.C.-Artmann-Platz

A-5020 Salzburg, Österreich

Moderation: Dr. Wolfgang Görtschacher, Universität Salzburg

Düsseldorf

Dienstag, 16. Oktober: Literaturbüro NRW Düsseldorf

Bilker Str.5 40213 Düsseldorf

Moderation: Stefan Weidle

Krefeld

Mittwoch, 17. Oktober

Niederrheinisches Literaturhaus Krefeld

Gutenbergstr. 21

47803 Krefeld

Moderation: Maren Jungclaus

Wuppertal

Donnerstag, 18. Oktober, die börse

Wolkenburg 100

42119 Wuppertal

Moderation: Maren Jungclaus

Viel zu tun ...


Schaukelpferdstraße
27. Juli 2012

Es ist vollbracht! Seit heute ist der Roman »Rocking Horse Road« von Carl Nixon (übersetzt von Stefan Weidle) lieferbar. Und schön geworden ist er! Wir bekamen so großartige Fotos der Landzunge, auf der die Rocking Horse Road verläuft, von Carl Nixons Schwägerin, Stephanie Nixon, daß wir trotz einiger ernsthafter Versuche nicht widerstehen konnten, das Buch mit einer Bildstrecke (in Farbe!) zu beginnen. Der Ort der Handlung ist in diesem Roman besonders wichtig, und wir wollten es dem Leser ermöglichen, zu sehen, wo er sich befindet, wenn ihn der Roman mit sich gerissen hat. Am Ende des Buches findet sich dann noch eine Luftaufnahme der Rocking Horse Road.

Wir, Friedrich Forssman und SW, haben lange an der Gestaltung gearbeitet. Die Fotoauswahl fiel nicht leicht, aber als wir die Aufnahme der Straßenschilder sahen, ergab sich daraus schon mal die Titelschrift, sie ist dieselbe wie auf den Schildern und heißt sinnigerweise »Interstate« (Friedrich Forssman findet so was raus). Die Textschrift sollte nach Möglichkeit aus Neuseeland stammen, und es dauerte seine Zeit, bis wie sie hatten – wir haben sie speziell für dieses Buch erworben, werden sie aber gewiß wieder verwenden, schon wegen der wunderhübschen 7. Sie heißt »Newzald« und stammt von Kris Sowersby, einem Schriftgestalter aus Wellington. Hier erklärt er, wie und wofür er die Schrift entwickelt hat:

Link zum Schriftgestalter

Wer ganz bis zu Ende liest (und immer mehr Achtung vor Schriftgestaltern bekommen hat), erkennt, daß die Schrift zu der Zeit entstand, als Carl Nixon seinen Roman schrieb. Als wir den Umschlag und die Schrift gefunden hatten, fehlte noch der Einband. Dafür suchten wir nach Photographien der gewaltsamen Proteste gegen die südafrikanische Rugbymannschaft bei ihrer Tournee durch Neuseeland 1981. Es waren die ersten blutigen Zusammenstöße zwischen Bürgern und der Polizei in diesem Land, und diese Ereignisse gehören zu den wichtigen Daten der neueren neuseeländischen Geschichte, wie man hier sieht:

Link zur Demo

und hier:

Link zur Springboktour

Diese Demonstrationen bilden einen wichtigen Kern der Handlung von Carl Nixons Roman, über den man hier mehr erfährt:

Link zum Buch

Der Romananfang:

Link zum Text

Und wie kommt das Buch überhaupt in die deutsche Welt? Nun, wir haben im vergangenen Jahr zum Gastlandauftritt Islands den Roman »punkt punkt komma strich« von Pétur Gunnarsson publiziert (nicht ohne jeglichen Erfolg übrigens) und dabei schon im Vorfeld so gerne mit dem Organisationsteam der Gastlandauftritte zusammengearbeitet, daß allseits beschlossen wurde, wir sollten bei Neuseeland wieder dabeisein. Aber wie findet man das richtige Buch dafür? Zumal wenn wenig Zeit bleibt? Man schreibt am 22. Juli 2011 an den einzigen Menschen, den man in Neuseeland kennt, Henner Löffler (er steht 2 Gesellschaften vor, in denen ich Mitglied bin: der Heimito-von-Doderer-Gesellschaft und der Anthony-Powell-Gesellschaft), und dieser leitet die mail an eine kluge, kundige und überaus hilfsbereite Journalistin weiter, Anke Richter, deren Buch über Neuseeland hier ausdrücklich empfohlen sei: »Was scheren mich die Schafe?« (Kiepenheuer & Witsch). Es entspinnt sich eine Korrespondenz, Bücher werden gelesen, Autoren kontaktiert, das Internet gewälzt, auch das Organisationsteam der Neuseeländer tritt nun auf den Plan, insonderheit Sarah Ropata. Am 10.10.2011 schrieb Anke Richter, die in Christchurch lebt: »Heute habe ich mich mit der Organisatorin des Christchurch Readers and Writers Festival zusammengesetzt und noch mal ein wenig überlegt, wen wir empfehlen können. Einstimmiges Urteil: Carl Nixon.« Daraufhin habe ich »Rocking Horse Road« besorgt, gelesen, geliebt, den Vertrag mit den Agenten verhandelt. Anfang des Jahres fing ich mit der Übersetzung an und kam der Welt weitgehend abhanden. Fand aber glücklicherweise eine Lektorin, Nina Sottrell, die in Christchurch gelebt hatte. Jetzt ist das Buch da, und ich habe wieder Zeit, viel zu lange news zu schreiben.

Carl Nixon kommt im Oktober zur Buchmesse nach Frankfurt und absolviert rund um dieses Weltereignis herum ein paar Lesungen, in Berlin, Bonn, Salzburg, Düsseldorf, Krefeld und Wuppertal. Die genauen Daten folgen.

PS: Rocking Horse Road, also Schaukelpferdstraße, bezieht sich darauf, daß der Weg vor seiner Asphaltierung auf und ab über die Dünen führte und dabei im Fahrer schaukelpferdartige Gefühle aufkeimen ließ.


Leseprobe aus Rocking Horse Road



Die schönsten deutschen Bücher
31. Mai 2012

Wir sind ausgezeichnet worden! Die beiden Bände von Pétur Gunnarsson, »punkt punkt komma strich« und »ich meiner mir mich« wurden unter die 25 schönsten deutschen Bücher 2011/2012 gewählt. Wir sind mächtig stolz und haben vom Gläserklingen schon Ohrensausen.

Näheres hier:

Link zur Schönheit





Herbstvorschau
14. Mai 2012

Nach der Vorschau ist vor der Vorschau, aber immerhin ist es jetzt kurz nach und einigermaßen lange vor der Vorschau. Dieselbe nämlich, für den Herbst des laufenden Jahres, ist fertig, zwar noch nicht auf Papier, aber immerhin ist sie bereits auf dem Virtualienmarkt, und zwar hier:

Link zum Link


Heinrich Hauser: Zwischen zwei Welten.
2. Mai 2012

Soeben ist unser neues Buch bei der Tür hereingekommen, der Roman »Zwischen zwei Welten« von Heinrich Hauser. Ein Manuskript aus dem Nachlaß Hausers, das nun zum ersten Mal das Licht der Buchwelt erblickt! Näheres hier:

Link zum Näheren

Und weil wir manchmal gefragt werden, was wir in Kassel so alles treiben, gibt Friedrich Forssman ausnahmsweise einen Einblick in unser Tun:

Die Wahl der Schriften ist einer der ersten und vergnüglichsten Schritte bei der Buchgestaltung: Geht man auf den Inhalt ein, nimmt man eine neutrale, eine reihenspezifische, eine dezidiert heutige Schrift? Und was bedeutet das jeweils? Stefan Weidle und ich nehmen gern Schriften, die mit dem Inhalt zu tun haben. Bei der Gestaltung von Heinrich Hausers »Zwischen zwei Welten« wollten wir für den Text eine Schrift nehmen, die Amerikanizität andeutet, ohne dabei geradezu uneuropäisch zu sein. Die »Century« ist eine spätklassizistische Schrift und gehört damit zu den Standardschriften des frühen 20. Jahrhunderts: »The rugged simplicity of the Century family of types has made it an enduring favorite of American typographers for almost one hundred years« (Charles Bigelow); sie unterscheidet sich ein wenig, aber eben entscheidend von den europäischen Spätklassizistischen; eine deutsch wirkende wäre etwa die »Augustea« gewesen. Passend zum Inhalt haben wir sodann eine Auszeichnungsschrift gesucht, die natürlich zur Century passen mußte, aber sowohl von der optischen Wirkung als auch von der Aussage und Assoziationswirkung her deutlich kontrastieren sollte. Wir fanden, daß Rudolf Kochs »Kabel« diese Bedingungen bestens erfüllt. Rudolf Koch, sonst bekannt für erdige, sehr handgemacht aussehende Schriften (»Jessen«, »Wallau«, »Neuland«) hat 1927 mit der »Kabel« eine Groteskschrift vorgelegt, die auf den ersten Blick sehr geometrisch wirkt (also eine Reaktion auf die Neue Typographie ist; daher auch ihr Name, der vom transatlantischen Telephonkabel herkommen soll), auf den zweiten Blick aber doch viele Merkmale einer Koch-Schrift aufweist, also eben gerade nicht modernistisch ist (man beachte etwa die Form des »g« oder die auf den Spitzen stehende Quadrate der i- und Umlaut-Pünktchen). So stehen sowohl die »Century« als auch die »Kabel« zwischen zwei Welten.


Für Kurzentschlossene und alle anderen
28. Februar 2012

Wer im Ruhrgebiet lebt, sollte sich am Donnerstag, den 1. März auf keinen Fall die Veranstaltung zu Heinrich Hausers Ruhrgebietsbuch »Schwarzes Revier« entgehen lassen. Um 19 Uhr stellen Maja und Till Beckmann es im Lehmbruck-Museum in Duisburg vor und sprechen mit dem Autor des Nachworts, Andreas Rossmann.

Link nach Duisburg

Und wer irgendwo sonst auf der Welt lebt, sollte sich auf keinen Fall den soeben erschienenen zweiten Roman von Pétur Gunnarsson entgehen lassen: »ich meiner mir mich« heißt er, ist unwiderstehlich und wurde von Benedikt Grabinski übersetzt. Wer dem Buche verfallen möchte, kann das tun:

Link zur Sucht


Jörg W. Gronius & Pétur Gunnarsson
7. Februar 2012

Lange habe ich nichts von mir hören lassen, was nicht allein Urlaubsgründe hatte, sondern weit mehr dem Umstand geschuldet ist, daß ich derzeit in einer Übersetzung stecke, nämlich eines Romans (»Rocking Horse Road«) des neuseeländischen Autors Carl Nixon. Da Carl Nixon zur Buchmesse nach Frankfurt kommen wird, scheint es mir sinnvoll, dann auch sein Buch präsentieren zu können. Wer sich jetzt schon dafür interessiert:

Link zu Carl Nixon

Aber zurück in die eisige Gegenwart:

Der Roman »Horch« von Jörg W. Gronius ist endlich erschienen und sei Ihnen sehr ans Herz gelegt. Es ist sicher sein vielschichtigster Roman bislang, eine Reise nicht nur nach Wien, sondern auch durch das kulturelle Bewußtsein unserer Zeit. Für die Buchhändler unter Ihnen stehen selbstverständlich Leseexemplare bereit. Mail genügt. Jörg W. Gronius wird im Rahmen der Leipziger Buchmesse lesen, am Samstag, den 17. März um 18 Uhr im Plan B.

Und wenn es am 22. Februar nicht mehr so eisig sein sollte, können Sie den nächsten Roman von Pétur Gunnarsson, »ich meiner mir mich«, schon handschuhlos betasten, so Sie ihn bestellt haben. Es ist dies der zweite Band seiner Tetralogie um den jungen Andri Haraldsson. Der erste, »punkt punkt komma strich«, erfreute sich eines solchen Zuspruchs, daß wir bereits eine zweite Auflage hergestellt haben. Der zweite Band bedarf des ersten allerdings nicht, um mit Wonne gelesen zu werden – wieder hat Benedikt Grabinski übersetzt. Wer ein Rezensions- oder Leseexemplar möchte, greife beherzt in die Tasten. Pétur Gunnarsson kommt auf Einladung von »Sagenhaftes Island« im März nach Deutschland und wird auf der Buchmesse in Leipzig sein. Er absolviert dort drei Lesungen und einen Termin bei Arte (mit Halldór Gudmundsson und Thomas Böhm).

Hier die Daten der kurzen Lesereise:

11.3. Stuttgart, Literaturhaus

13. 3. Bonn, Buchhandlung Böttger (mit Wolfgang Schiffer, der den neuen Band lektoriert hat)

14.3. Berlin, Isländische Botschaft

15.3. bis 17.3., Leipzig, u.a. Lange Nacht der Nordischen Literatur, mit Halldór Gudmundsson

19.3. Rostock, Literaturhaus

Und damit kehre ich zurück nach Neuseeland, in einen Vorort von Christchurch, wo am 21. Dezember 1980 die Leiche der 17jährigen Lucy Asher am Strand gefunden wurde.

Stets

Ihr Stefan Weidle


punkt punkt komma weihnachten
18.12.2011

Und schon sind die von Libri übervorsichtig nachbestellten 100 Exemplare wieder vergriffen. Daher ist das Buch bei amazon und buch.de nicht bis Weihnachten lieferbar. Buecher.de und jpc scheinen noch Exemplare zu haben, wer es also nicht mehr in eine Buchhandlung schafft, die direkt bei unserer Auslieferung GVA (link siehe nächsten Eintrag) oder bei KNV bestellt, kann bei uns bestellen (s.u.), noch können wir liefern, wenn auch nicht mehr lange, die erste Auflage ist bald vergriffen. Wir drucken nächste Woche eine neue, die Mitte Januar fertig sein soll. Bis zum 26. Dezember kann das Buch auch auf dem Weihnachtsmarkt vor dem Charlottenburger Schloß in Berlin erworben werden, im hinteren Reihenzelt links vom Haupteingang. Montag/Dienstag sind wir selbst am Stand, dann übernehmen die Kollegen von Dittrich, Ebersbach und Transit, mit denen wir den Stand teilen.

Schöne Feiertage wünscht Ihr Stefan Weidle


punkt punkt komma strich
15. Dezember 2011

Gegenwärtig melden amazon und Libri den Titel "punkt punkt komma strich" von Pétur Gunnarsson als nicht lieferbar. Zwar ist die Nachbestellung von Libri verschickt, aber es wird noch ein paar Tage dauern, bis die Daten auf den Webseiten aktualisiert sind. Wir aber können liefern! Buchhändler wenden sich bitte direkt an unsere Auslieferung GVA:

Link zur Auslieferung

Privatkunden können über unsere Webseite bestellen oder eine mail schicken an:

verleger(at)weidleverlag.de

Wir liefern portofrei gegen Rechnung und garantiert vor Weihnachten. Oder Sie machen es wie eine Kundin heute und schicken Ihren Sohn in den Verlag. Aber bitte geben Sie ihm die 16,90 EUR möglichst passend mit.


Frühschau!
14. Dezember 2011

Rasten? Gar Ruh'n??? Fremdwörter für uns. Ausrasten höchstens. Aber bevor es dazu kommt, haben wir erst mal die neue Frühjahrsvorschau auf die virtuelle Welt gebracht. Woselbst sie für jedermann zu besichtigen ist:

Link zur Frühjahrsvorschau

Mir gefällt sie gut, aber wenn sie mir nicht gefiele, sähe sie vielleicht anders aus. Und ich lese schon mit Begeisterung in der Übersetzung von Pétur Gunnarssons nächstem Roman, »ich meiner mir mich«. Daß dieser schon Schatten vorauswirft, wird kaum irgendwo deutlicher als hier:

Link nach Island

Wer mit mir nach Island blicken will, kann dies mittels einer der besten Webcam-Seiten überhaupt tun; ich schaue jeden Tag, wie es dort aussieht, wo ich am 18. August nächsten Jahres am Start zu einem Halbmarathon stehen werde:

Blick nach Island

Bücher? Da liegen wir ein wenig zurück. Aber der Essay-Band von Bei Dao, »Gottes chinesischer Sohn«, wird diese Woche ausgeliefert. Besonders hervorgehoben sei der Essay über Bei Daos Freund Tomas Tranströmer, »Das blaue Haus«.

Der neue Roman von Jörg W. Gronius, »Horch«, wird im Januar fertig.

Aber wir halten auch Rückschau und betreiben noch bis zum 26. Dezember unseren Stand auf dem Weihnachtsmarkt in Berlin vor dem Schloß Charlottenburg (im weißen Reihenzelt links vom Haupteingang zum Schloß). Dort zeigen wir einen größeren Ausschnitt aus unserem Programm und freuen uns mächtig über das unerwartet große Interesse. Da liegen Bücher von uns, die in keiner Buchhandlung mehr zu finden sind. Und sie können sogar erworben werden.

Glühwein

Zwischendurch aber zünden wir manchmal auch unseren Adventskranz an. Und wünschen rundum eine entspannte Weihnachtszeit.


München, Wien, Berlin etc.
19.11.2011

Inzwischen sind ziemlich viele Reissäcke den Yangtse Kiang hinuntergeflossen, fast hätten sie meine Felle mitgerissen. Wer mir auf Facebook lauscht, weiß, wo ich war, zuletzt in Wien zur dortigen Buchmesse, erst letzte Woche. Und schon steht die nächste Messe vor der Tür, am 27. und 28. November (Samstag und Sonntag) findet man mich im Literaturhaus München beim »Markt der unabhängigen Verlage«. Näheres hier:

Link zum Markt

Und weil die Weihnachtszeit tendenziell voller Märkte steckt, betreiben wir auch einen Stand auf dem Weihnachtsmarkt in Berlin, vor dem Schloß Charlottenburg. Gemeinsam mit drei befreundeten Verlagen: Dittrich, edition ebersbach und :Transit. Unser Stand ist, wenn man in Richtung Schloß blickt, im großen Zelt links, Standnummer 58. Mein allererster Weihnachtsmarkt. Süßer können die Glocken kaum klingen (nein, unsere Kasse ist klingelfrei).

Link zur Weihnacht

Neue Bücher stehen ebenfalls an: Der Essayband »Gottes chinesischer Sohn« von Bei Dao geht dieser Tage in Druck, mit etwas Verspätung zugegebenermaßen. Nun bin ich aber doch ganz froh, daß Bei Dao nicht schon in diesem Jahr den Nobelpreis bekommen hat, denn sonst wäre uns beim Lektorat weniger Zeit geblieben. Wenn er ihn im nächsten Jahr bekommt, drucken wir garantiert eine neue Auflage. Ein wunderbares Buch übrigens, besonders der lange Essay über Tomas Tranströmer ist hinreißend. Die Übersetzung stammt von Wolfgang Kubin. Und der ebenfalls überfällige nächste Roman von Jörg W. Gronius, »Horch«, wird bald gesetzt.

Wir haben eine sehr schöne Rezension des Romans »punkt punkt komma strich« von Pétur Gunnarsson in der NZZ gelesen und halten damit keineswegs hinter dem Berg.

Link zur NZZ

Péturs nächster Roman, »ich mir meiner mich« erscheint bereits zur Leipziger Buchmesse, wieder in der Übersetzung von Benedikt Grabinski. Die ersten 4 Kapitel habe ich bereits gelesen und verrate gar nichts. Außer vielleicht einem Satz: »Auf den Gängen der Schule standen Jungen und Mädchen wie Schafe, die gerade das neue Schlachthaus unter die Lupe nehmen.« Noch einen? Hmmmm: »Frag nicht, was die Schule für dich tun kann. Frag, was du für die Schule tun kannst!«


Buchmesse 2011
5. Oktober 2011

Und bald beginnt alles von neuem. Das Murmeltier streckt sein Köpfchen aus der Frankfurter Messehöhle, wir wachen auf mit Sonny and Cher und registrieren die Wiederkehr des Immergleichen. Zuvörderst freilich die der Grippeviren, vor denen ausdrücklich gewarnt sei, auch wenn sie sich jetzt noch in altweibersommerlicher Verborgenheit für den heimtückischen Angriff wappnen.

Wir sind, fast hätte man es geahnt, am immergleichen Ort, Halle 4.1, F 139. Und freuen uns auf die immergleichen Besucher, um die immergleichen Gespräche zu führen. Dazu gibt es geistige Getränke und, halt!, neue Bücher. Und wir geben einen veritablen Empfang für unseren Autor Pétur Gunnarsson, der soeben von Sagenhaftes Island zum Autor des Monats gekürt wurde:

Link zur Sendung

Dieser Empfang findet am Mittwoch, den 12. Oktober um 16:30 Uhr an unserem und am Nachbarstand der edition die horen statt, die ebenfalls einladen, wie auch der Insel Verlag, bei dem Pétur Gunnarssons Buch "Reykjavík" erschienen ist.

Und am immergleichen Messedonnerstag, 13. Oktober, tanzen wir ab 17 Uhr mit all den Kolleginnen und Kollegen der Gänge F und G unserer Halle aus der Reihe! Dieser Tanz der Kurt Wolff Stiftung hat sich in den letzten Jahren zum unbestrittenen Höhepunkt der Buchmesse gemausert und darf auf gar keinen Fall verpaßt werden, so man nicht Gefahr laufen will, später von monogrammatischer Bißwut ins eigene Sitzfleisch übermannt zu werden.


Pétur Gunnarsson in Bonn!
16. September 2011

am Freitag, den 7. Oktober wird der isländische Autor Pétur Gunnarsson in Bonn sein und um 20 Uhr in der Buchhandlung Böttger, Maximilianstr. 44, seinen bei uns erschienenen Roman "punkt punkt komma strich" vorstellen. Die deutsche Übersetzung von Benedikt Grabinski liest Birte Schrein. Eintritt: 8 EUR

Das Buch ist wundervoll, wer die Veranstaltung verpaßt, könnte zum Monogrammisten am eigenen Gesäß werden.

"Einziger Kritikpunkt an diesem ziemlich lustigen und erhellenden Kurztrip nach Island: Er ist zu kurz! Und er endet mit einem ganz üblen Cliffhanger – das verrate ich Ihnen jetzt einfach mal. Ich war so verdattert, dass ich den Verleger angerufen und ihn gefragt habe, ob es eine Fortsetzung gibt. Antwort: Ja, gibt es, die Geschichte um Andri Haraldsson setzt sich über drei weitere Bücher fort, die demnächst ins Deutsche übertragen werden (hoffentlich wieder genauso frisch, gut und originell übersetzt!). Große Erleichterung und Freude meinerseits."

Antje Deistler, WDR 2 BÜCHER, 17.7.2011

Link zum Buch

Link zur Monogrammvermeidung

Link zur Lesenden

Link zum Autor


Hotlist 2011
4. Juli 2011

Erfreulicherweise ist Heinz Hilpert: »So wird alles Schwere entweder leicht oder Leben. Tagebuch für Nuschka« von der kompetenten Jury auf die Hotlist der Independent Verlage gewählt worden. Es gibt per Internet die Möglichkeit, seine Stimme für diesen Titel zu erheben, was ich durchaus nahelegen möchte. Wie das geht, erfährt man hier:

Link zur Abstimmung

Und noch ein Link zum schönsten Song dieses Tages:

Link zum 4. Juli


Pétur Gunnarsson
27. Juni 2011

Vorgestern schlich unser neues Buch ins Büro, Pétur Gunnarssons Roman »punkt punkt komma strich«, aus dem Isländischen übersetzt von Benedikt Grabinski. Dank der Gestaltung durch Friedrich Forssman breitete sich rundum Zufriedenheit aus.

»punkt punkt komma strich« ist ein Buch, das die moderne isländische Literatur maßgebend verändert hat – sowohl mit seinem Bild von der jungen Stadt Reykjavík wie auch mit seinem wunderbar ironisch leichtfüßigen Humor. Pétur Gunnarsson zeichnet ein Mosaik aus Miniaturen und erzählt gleichwohl eine klassische Geschichte. (Halldór Guðmundsson)

Mehr hier:

Link zum Buch

Und ganz bescheidentlich dürfen wir erwähnen, daß unser Band »Schwarzes Revier« von Heinrich Hauser nicht nur von der Stiftung Buchkunst als eines der 50 schönsten Bücher des Jahres 2010 prämiert worden ist, sondern inzwischen auch für den Designpreis Deutschland 2012 nominiert wurde!


Autumn Leaves
12. Mai 2011

Die Herbstblätter der Bäume haben noch nicht einmal ihre Fallhöhe erreicht, da fallen schon die Blätter der Herbstvorschau herab, getreu dem Motto: Nach der Vorschau ist vor der Vorschau. Noch ist sie nicht gedruckt, das geschieht gerade bei Reinheimer in Darmstadt, aber Friedrich Forssman und ich haben sie immerhin ins virtuelle Stadium gebracht. So zeitig im Jahr fällt sie jedoch noch nicht von selbst herab, sondern muß von der Weltesche Yggdranet heruntergeladen werden:

Link zum Download

Und wer Autumn Leaves mag, sei auf die schönste Fassung verwiesen, die ich kenne:

Link zur Gänsehaut


Die letzte Trauung
1. März 2011

nun ist er wahrhaftig erschienen, der neue Roman von Johannes Muggenthaler, »Die letzte Trauung«. Ein außen wie innen prachtvolles Buch. Es beginnt mit einem Zitat von Joni Mitchell und endet (wie das bei Trauungen üblich ist) mit »Ja.« Dazwischen liegen 270 Seiten, die eine ganze Welt enthalten, eine Welt der nur scheinbaren Verlierer, der Provinz, des Biers, des Standesamts. Es werden Autos gestohlen, Frauen entführt und Sparkassen überfallen. Nur das allerwenigste davon klappt allerdings. Eigentlich nichts. Und doch irgendwie alles.

»Völlig unbelastet von Traditionen, Vorurteilen, Meinungen ist Muggenthaler einfach nur denen ergeben, von denen er erzählt. Er ist kein Satiriker, der reflektiert, was lustig wirken soll. Er ist ein Komiker, dessen Geheimnis es ist, über das zu schreiben, was ihn selbst zum Lachen bringt.«

So schrieb einst unsere leider verstorbene Freundin und Herausgeberin Uta Beiküfner in der Berliner Zeitung. Und hatte so recht.

Mehr über das Buch gibt es hier:

Link zum Standesamt

Am 14. März sendet der Bayerische Rundfunk (Fernsehen) innerhalb der Sendung »Lesezeichen« ein Interview mit Johannes Muggenthaler zu seinem Buch. Aus gut unterrichteten Kreisen war zu erfahren, daß es vor einem Standesamt aufgenommen wurde.


Manches
7. Februar 2011

Die Dinge waren so, wie sie waren, und rissen mich in ihrem Malstrom fort. Daher erst heute die ersten Neuigkeiten im Jahre 2011.

Es begann furchtbar traurig, unser Freund und Autor Hal Marienthal ist am 3. Januar in Asheville, North Carolina, gestorben, er wurde 87 Jahre alt. Hal war als Kind aus Deutschland geflohen und hat darüber einen Roman geschrieben "Schumanns Reise", den ich übersetzt und verlegt habe. So sind wir Freunde geworden, und ich habe ihn oft in den USA besucht, vor ein paar Jahren haben wir uns noch in Schottland zum Golfspielen getroffen, waren in St. Andrews und Carnoustie. Hal war der beste Golfer, den ich kannte, er hat ab Ende Siebzig regelmäßig weniger Schläge gebraucht, als er Jahre zählte, das gelingt nur ganz wenigen Menschen. Ich habe jede Minute mit ihm genossen und bin sehr dankbar für seine Freundschaft, die ich weiter in mir spüre. So etwas vergeht glücklicherweise nicht.

Link zum Buch

Hals Website

Hal über seine Krankheit


Frühjahr
9. Dezembrrrr 2010

Wer sich schon mal durch einen Blick ins nächste Frühjahr den Schnee von der Seele klopfen will, kann dies seit neuestem tun, denn unsere Frühjahrsvorschau ist nicht nur fertig, sondern auch ohne Lawinengefahr herunterladbar. Hier:

Link zum Frühling


Auszeichnung!
2. Dezember 2010

Soeben erfahren wir zu unserer namenlosen Freude, daß unser Band

Heinrich Hauser, Schwarzes Revier

von der Stiftung Buchkunst als eines der 50 schönsten deutschen Bücher des Jahres 2010 ausgezeichnet worden ist. Für den Wettbewerb wurden 1047 Bücher eingereicht, von denen nur 45 diese Auszeichnung erhielten. Dank sei Friedrich Forssman, der auch dieses Buch gestaltet hat!


Buchmesse!
4. Oktober 2010

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde und Leidensgenossen,

es hat kaum mehr Sinn, es zu leugnen: Die Buchmesse erhebt ihr Gorgonenhaupt und bläst uns ihren Giftatem entgegen. Morgen bereits brechen wir in die Mainmetropole auf, um unseren Stand so einzurichten, daß Sie sich dort

wohlfühlen, soweit in diesem Rahmen von Wohlfühlen überhaupt die Rede sein kann. Wir sind am selben Orte wie in all den überstandenen Jahren zu finden:

Halle 4.1, F139.

Das Wetter verspricht wenig grippefördernd zu werden, und wir sind dementsprechend völlig ungeimpft. Schottische Weise aber haben vor beträchtlicher Zeit ein Mittel gefunden, das unsere und Ihre Abwehrkräfte nötigenfalls stärkt; sicherheitshalber haben wir dieses in unsere Standausstattung eingefügt.

Wer Donnerstag noch einigermaßen auf dem Messedamm ist, der ist herzlich eingeladen, mit uns aus der Reihe zu tanzen.

Das Großereignis beginnt um 17 Uhr am Stand der

Kurt-Wolff-Stiftung, der unserem praktischerweise genau gegenüberliegt.

Da, wie gesagt, Sonnenschein herrschen soll, überlegen wir noch, ob wir nicht auch etwas davon haben sollten. Vielleicht bringen wir deshalb eine Höhensonne mit.

Und Bücher. Ja, die auch. Und als absolute Verlagsneuheit einen Kalender! Fürs nächste Jahr.

Ungeachtet aller negativen Auspizien aber freuen wir uns auf Sie/Euch!


Venus im Revier
17. September 2010

Heute kam unser neues Buch vom Drucker, Heinrich Hauser: "Schwarzes Revier". Hrsg. von Barbara Weidle, Nachwort von Andreas Rossmann. Es fungiert gleichsam als Libretto zu einer groß orchestrierten Ausstellung der Ruhrgebietsphotographien Hausers im Ruhr Museum, Zeche Zollverein, Essen. Dieselbe öffnet am 27. September ihre Pforten. Hauser schrieb das Buch 1928/29, es erschien 1930 bei S. Fischer. Eine Textprobe:

"Drei Monate habe ich dies Leben mitgemacht. Allmählich geriet ich dabei in eine dumpfe Verzweiflung. Das Grauen vor der Stube, vor den andern, vor den dreckigen Eßnäpfen, vor dem stinkenden Fraß, vor den Gesprächen war so stark, daß ich von der Schicht aus oft gar nicht nach Hause ging. Ich bin herumgeirrt in Hamborn und in Meiderich, zwischen den Schächten nackter Mauern, zwischen den trostlosen Gassen mit den Höhlen der zerschlagenen Fensterscheiben, zwischen den Geleisen und Tunnels, in den Gossen, wo die Kinder mit dem grauen Wasser aus den Kühltürmen Schiffchen spielten. Zu den Schlackenbergen bin ich hingegangen, verkrochen in irgendeinem toten Winkel. Rot war die Nacht, der Brand der Bessemer- und Thomaswerke fauchte über mir, die Talbotwagen fuhren den Schlackenberg hinauf, kippten die Lavabäche aus, standen in dem roten Himmel, weißglühende Scheiben wie riesenhafte Sonnen. Die Haut prickelte mir unter dem schmutzigen Arbeitszeug, ewig war der Gichtstaub, der wie Regen niederging. Ich hielt die Hände vor mich hin, sah zu, wie sie sich mit kleinen schwarzen Körnchen bedeckten. Daß diese Welt von einer grauenhaften Schönheit war, verstand ich damals nicht; ich war ganz stumpf geworden."

And now to something completely different: Der Schweizer Rundfunk DRS2 sendet derzeit in einzelnen Etappen eine Komplettlesung des Romans "Venus in den Fischen" von Max Mohr. Hören kann man sie hier:

Link zur Lesung

Natürlich heißt es mal wieder allüberall, das Buch sei nicht lieferbar, was nicht stimmt: Wir haben noch knapp 200 Exemplare und nehmen gerne Direktbestellungen entgegen.

Und die Buchmesse erhebt ihr Gorgonenhaupt ... aber davon später.


Neuigkeiten en masse!
2. September 2010

Da hat man nun eine Art Blog und kommt nicht zum Schreiben, weil die Ereignisse, die man vermelden wollte, sich so überstürzen, daß sie einen mit sich hinwegreißen. Nun aber ragt momentweise das Köpfchen aus dem Strom, und die Fingerchen huschen über die Tasten.

Ich bin, wie schon vielfach verkündet, der neue Vorstandsvorsitzende der Kurt Wolff Stiftung geworden, da Manfred Metzner (Wunderhorn) satzungsgemäß nach zehn Jahren diesen Posten quittieren mußte. Näheres hier:

Link zum Börsenblatt

Um die Arbeit der Stiftung zu intensivieren, sind wir auf Spenden angewiesen, selbstverständlich gegen Spendenquittung. Wo und wie Sie spenden können, steht hier:

Link zur Spende

Mit Monika Bilstein und Dietrich zu Klampen habe ich glücklicherweise zwei grandiose Mitstreiter im Vorstand.

Daß wir auf die Hotlist der Independent-Verlage gehetzt worden sind, freut uns nicht wenig. Michel Matveevs Roman "Die Gehetzten", übersetzt von Rudolf von Bitter, wurde von der Jury auserkoren. Es ist eines der beeindruckendsten Bücher, die ich publiziert habe. "Dieses Buch und sein Autor sind eine Entdeckung, für die man nur dankbar sein kann", schrieb Jochen Jung im "Tagesspiegel". Die ganze Rezension finden Sie hier:

Link zum Tagesspiegel

Daß bei alledem auch noch neue Bücher erschienen sind, grenzt an ein Wunder. Brandneu ist

Alfred Flechtheim: "Nun mal Schluß mit den blauen Picassos!". Gesammelte Schriften. Herausgegeben von Rudolf Schmitt-Föller. Vorwort von Ottfried Dascher.

Der Band war fürs Frühjahr angekündigt, doch hatten wir derartige Probleme mit der Datei, die mit dem Textvernichtungsprogramm Word erstellt worden war, daß wir den Ausdruck besser abgetippt hätten. Das von Friedrich Forssman gestaltete Buch läßt sich nun hier bewundern:

Link ins Flechtheim

Und zuletzt darf ich noch auf die heraufziehende Ausstellung der Photographien von Heinrich Hauser im RuhrMuseum, Essen, Zeche Zollverein, hinweisen. Eröffnet wird sie am 26. September. Als Begleitband publizieren wir Hausers Ruhrgebietsreportagen "Schwarzes Revier" von 1930 neu, mit einem Nachwort von Andreas Rossmann. Als Halbleinenband!!!

Link ins Revier

Demnächst mehr. Indianerehrenwort.


Jutta Leitner
6. Juli 2010

Unsere Freundin und Verlagsvertreterin in Österreich, Jutta Leitner, ist am 2. Juli nach kurzer Krankheit gestorben. Wir haben seit 1999 mit ihr zusammengearbeitet und sie häufig in Wien besucht, auch auf den Messen trafen wir uns. Sie gehörte ganz fest zu unserem Verlag, wie alle unsere Vertreter gab sie wichtige Anregungen und unterstützte uns in einer Weise, für die wir nicht dankbar genug sein können. Kurzum, sie war eine gute Freundin. Eine sehr gute. Die findet man nicht leicht und vermißt sie um so mehr, wenn sie nicht mehr bei uns sind.


Beethovenhalle
29. Mai 2010

Unser Buch über die Beethovenhalle in Bonn ist fertig! Und das feiern wir am Montag, den 31. Mai um 18 Uhr im Forum Süd der Beethovenhalle. Mit Musik, Wein und Elan. Wer immer sich in unserer Gegend aufhält, ist herzlich eingeladen.

Link zum Buch


Wir im Deutschlandfunk!
20. Mai 2010

Gestern brachte der Deutschlandfunk in seiner Sendung "Büchermarkt" ein Portrait unseres Verlags anläßlich des 15jährigen Jubiläums desselben.

Nachlesen kann man es hier:

Link zum Text

Und nachhören hier:

Link zum Ton


Herbstvorschau
10. Mai 2010

Da Rasten und Ruhen unbekannte Fremdwörter für uns sind, haben wir andere Wörter herangezogen, um aus ihnen unsere Herbstvorschau zu generieren. Dabei aber sind wir durchaus planvoll vorgegangen und haben sowenig als irgend möglich dem Zufalle überlassen. Das Ergebnis läßt sich nun elektronisch bestaunen, Ihre Maus leistet Ihnen den Dienst gerne.

Link zum Herbst


Kulturjournal zum Nachsehen
27. April 2010

Wer den Beitrag zu den Buchhandelsketten um die Hälse der Independent Verlage im NDR gestern abend je verpaßt haben sollte, kann hier die Chain Gang bewundern:

Link zur Sendung


Ich glotz Tevau!
23. April 2010

Am Montag, den 26. April sendet das NDR-Kulturjournal (NDR 3) um 22:30 Uhr einen Beitrag über das nicht immer störungsfreie Verhältnis der Independent Verlage zu den Buchhandelsketten. Oder ist es vielleicht doch störungsfrei, weil es nicht existiert? Bei störungsfreiem Empfang sollte diese Frage beantwortet werden können, u.a. von Jörg Sundermeier (Verbrecher Verlag) und mir.

Link zur Sendung


Edmund Wolf again
17. April 2010

Heute ist in der Financial Times, London, ein sehr schöner Artikel von Martin Wolf über seinen Vater Edmund Wolf zu lesen. Wir freuen uns mächtig, daß ihm unser Buch so gut gefällt. Wir sehen ihn bei der Ausstellungseröffnung im Literaturhaus Wien am 22.4. um 19 Uhr.

Link zur Financial Times


Edmund Wolf!
15. April 2010

Nicht nur gestrandeten Flugreisenden sei unser soeben erschienenes Buch zur Lektüre empfohlen: Ursula Seeber / Barbara Weidle (Hg.): Edmund Wolf - "Ich spreche hier nicht von mir". Wolf (1910-1997) war ein Journalist, Theaterautor und Dokumentarfilmer, der ein beeindruckendes Werk geschaffen hat, allein 80 Dokumentarfilme für die ARD stammen von ihm. Näheres hier:

Link zum Buch

Am 23. April hätte er seinen 100. Geburtstag begangen, was wir gebührend feiern: mit einer Ausstellung zu Leben und Werk im Literaturhaus Wien. Die Eröffnung findet am 22.4. ab 19 Uhr statt, und so die Flugzeuge bis dahin wieder den Himmel bevölkern, werden wir dort sein.

Link zur Party


Wolfgang Kubin zum Nachhören
11. April 2010

In der Sendung Mosaik auf WDR 3 wurde am verwichenen Samstag ein einstündiges Gespräch mit Wolfgang Kubin ausgestrahlt. Seit kurzem kann man sämtliche sich aus Verpassensgründen irgendwohingebissenen Monogramme löschen und getrost dem Nachhören frönen:

Link zum Mosaik


Buchhandel & Independent-Verlage
1. April 2010

In der heutigen FAZ kann man einen Artikel von mir zum Thema Buchhandel & Independent-Verlage lesen.

Link ins allgemeine Frankfurt

Frohe Ostern!


Erste Besprechungen der "Gehetzten"
17. März 2010

Heute sind gleich zwei Rezensionen des Romans "Die Gehetzten" von Michel Matveev erschienen, im Tagesspiegel Berlin:

Link zum Tagesspiegel

und im Bonner General-Anzeiger:

Link zum General-Anzeiger

So darf ruhig jeder Tag beginnen ... Selbst einer, der mich zum Aufbauen meines Leipziger Messestands zwingt.


Der etwas andere Würstchenstand!
14. März 2010

Wir sind in diesem Jahr auf der Buchmesse Leipzig erstmalig mit eigenem Stand vertreten! In Halle 5, D215.


Wir im Fernsehen!
1. März 2010

Gestern abend zu später Stunde passierte Unerhörtes in der deutschen Fernsehlandschaft. Denis Scheck besprach in seiner Sendung "Druckfrisch" das Buch "Unterm Schnurbaum. Deutsch-chinesische Wahlverwandtschaften" von Wolfgang Kubin! Wer's nicht glauben will, lese selbst:

Link in die Druckfrische

Link zum Text


Die Gehetzten
22. Februar 2010

Das Frühjahrsprogramm nimmt Gestalt an! Soeben erhielten wir die ersten Exemplare von Michel Matveevs Roman "Die Gehetzten", aus dem Französischen übersetzt und mit einem Nachwort von Rudolf v. Bitter. Ein Roman, der von den antijüdischen Pogromen in Rußland 1919 handelt und der zugleich ein existentielles, zeitloses Bild von Gewalt, Flucht und Heimatlosigkeit bietet. Es gibt wenige Bücher, die mich so tief beeindruckt haben. Als habe Ahasver es selbst geschrieben. Näheres hier:

Link zum Buch


1 Geburtstag und 1 Rezension
8. Februar 2010

Wir dürfen vermelden, daß unser Freund und Autor Karl Wagner, Germanistik-Professor in Zürich, morgen seinen 60. Geburtstag feiert. Zu diesem hehren Anlaß haben wir seine gesammelten Essays über Peter Handke unter dem Titel "Weiter im Blues" publiziert. Näheres dazu hier:

Link zum Blues

Und es ist eine lange Besprechung unserer Anthologie chinesischer Lyrik "Alles versteht sich auf Verrat", herausgegeben von Wolfgang Kubin und Teng Xiaodu, in der Neuen Zürcher Zeitung erschienen, Sie finden sie unschwer hier:

Link nach Zürich


Frühjahr
Pünktlich mit einem der ersten Schnees ist auch unsere Frühjahrsvorschau vom Himmel Kassels gefallen. Und hat sich sofort in den Schoß des Internets begeben, von wo sie jedermann auf den eigenen Schoß fallen kann.

Link zum Frühling


Neue Bücher
Gleich zwei Neuerscheinungen gilt es zu vermelden, beide gehören dem hehren Reiche der Kunst an:

Katharina Hinsberg: »binnen«. Der Katalog zweier Ausstellungen, in der Landesgalerie Linz und in der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe.

Gisela Clement (Hg.): »Räumen«. Ein Band über eine ungewöhnliche Verbindung von Architektur und Kunst. Die Künstler: Werner Haypeter und Lutz Fritsch. Der Architekt: Uwe Schröder. Mit Texten von Stephan Berg, Andreas Denk und Rainer Schützeichel.

Näheres hier:

Link zur Kunst

Und wer heute die FAZ liest, findet dortselbst eine wunderbare Rezension unseres Buches »Visum nach Amerika« von Salamon Dembitzer.


Wir stehen im Gesichtsbuch!
Seit neuestem gibt es uns auch auf Facebook, und wir freuen uns über neue und alte Freunde.

Link zum Facebook-Profil


Eric Koch in HR2
Am Mittwoch, den 18. November kann man um 12:05 Uhr eine Stunde lang unserem Autor Eric Koch in der Sendung Doppel-Kopf auf HR2 lauschen. Das Gespräch kann man aber auch später als Podcast runterladen.

Link zur Sendung


Nathalie Kuperman, Frühstück mit Mick Jagger
Diese mail eines Lesers erreichte uns heute:

Beim vorletzten mal (oder "Mal"? Was weiß ich denn jetzt!), daß ich ein Buch, obwohl ich doch schlafen wollte und eigentlich mußte, dennoch vorn vorne bis hinten nachts durchlas, war ich 19, das Buch war "Der Fänger im Roggen". Dreimal dürfen Sie raten, welches Buch es beim letzen Mal war? Eigentlich wollte ich, nicht unironisch, schlafen, nahm den Rotz -- es wird ja so unfaßbar viel publiziert -- lustlos zur Hand; und wenn es nach mir ginge (was es unverständlicherweise nicht tut), dann müßten Ihnen die Leute die Bude einrennen und die "Kupermans" förmlich oder meinethalben auch buchstäblich aus den Händen reißen. Und wenn, wovon ich allerdings ausgehe, Grabbe mit seinem Satz "Denn nichts als Verzweiflung kann uns retten" richtig liegen sollte, dann hat diese kraftvoll ohnmächtige Erzählung viel für uns getan. Und für die Literatur, die davon wieder mal nichts mitkriegen wird, sowieso.


Wolfgang Kubin im chinesischen Fernsehen!
29. Oktober 2009

Am Sonntag, den 1. November um 13 Uhr unserer Zeit (20 Uhr in Beijing) strahlt der (englischsprachige) chinesische Fernsehsender ICS ein einstündiges Porträt von Wolfgang Kubin aus (in dem vermutlich auch sein Bonner Verleger zu Wort kommt). Übers Internet kann man zuschauen, wenn man sich dieses Links bedient:

Auf nach China!


Buchmesse
13.10.2009

Es ist wohl kaum jemandem verborgen geblieben, daß der Oktober eine erste Schneise in den Kalender geschlagen hat und sich an deren morgigem Rand das Medusenhaupt der Buchmesse erhebt. Die gute Nachricht zuerst: Wir werden nicht nur vor Ort sein (ist das eine gute Nachricht?), an gewohnter Stelle, Halle 4.1, F 139, sondern haben auch erstmalig tatsächlich sämtliche Herbsttitel am Stand (ein großer Dank an unsere Druckerei Reinheimer!). Das neueste Buch, Nathalie Kuperman, "Frühstück mit Mick Jagger" in der Übersetzung von Andrea Spingler, versüßt seit einigen Tagen unser Frühstück.

Das muß, soll und wird gefeiert werden: Am Messedonnerstag ab 17 Uhr laden wie immer die Reihen F & G der Halle 4.1 zum "Tanz aus der Reihe" ein, und wer da noch tanzen kann und nicht von der Grippe aufs Lager geworfen wurde, kann sich bei uns mit virenabwehrenden Getränken stärken (ich muß allerdings kurz weg, um mit Friedrich Forssman unseren Preis der Stiftung Buchkunst für Raymond Federmans "Pssst!" entgegenzunehmen). Am Mittwoch um 13 Uhr, da sollten noch mehr Gesunde unter uns sein, stellt die Kurt Wolff Stiftung auf der Leseinsel der unabhängigen Verlage (4.1, D 122) den neuen Katalog "Es geht um das Buch" vor. Er ist in diesem Jahr noch schöner geworden denn je und wurde mit virenabtötendem grünem Lack überzogen.

Wir werden unseren Autor Wolfgang Kubin ab und an am Stand haben, wer ein Interview mit ihm führen möchte, kann dies bei uns anmelden.

Die schlechte Nachricht hat sich im vorigen vielleicht schon angedeutet: Die Grippe wird durch die Hallen geistern. Die Messegesellschaft hat dazu ein Statement auf ihrer Website veröffentlicht, welches Sie hier finden:

Link zur Grippe

Da sich die meisten Besucher nach der Messe mit modischen Hygienemasken in Quarantäne wiederfinden werden, sollten Sie sich für diesen Fall reichlich mit Lektüre versorgen. Zu diesem Zweck bringen wir in diesem Jahr einige fiebersenkende Bücher zusätzlich mit.


Raymond Federman
8.10.2009

Soeben erfahre ich, daß Raymond Federman vor 2 Tagen gestorben ist.


Wolfgang Kubin bei Radio Bremen
24. September 2009

Am Sonntag, den 27. September kann man nach der Wahl unserem Autor Wolfgang Kubin in Literaturzeit auf Radio Bremen lauschen, sein Buch "Unterm Schnurbaum" wird vorgestellt. Man sollte danach aber nicht abschalten, sondern auch noch den Beitrag über Atiq Rahimi anhören; dessen neuen Roman "Stein der Geduld" habe ich für die Berliner Zeitung besprochen (noch nicht gedruckt) und der wunderbaren Übersetzerin Lis Künzli als Jurymitglied zum wohlverdienten Eugen-Helmlé-Preis verholfen.

Link nach Bremen


Alles versteht sich auf Verrat
An Leonard Cohens 75. Geburtstag

I would like to »feed you tea and oranges that come all the way from China«, kann statt dessen aber druckfrisch anbieten:

Wolfgang Kubin und Tang Xiaodu (Hg.): »Alles versteht sich auf Verrat.« Gedichte von Yu Jian, Zhai Yongming, Wang Xiaoni, Ouyang Jianghe, Wang Jiaxin, Chen Dongdong, Xi Chuan, Hai Zi.

Vorwort von Tang Xiaodu. Aus dem Chinesischen von Gao Hong und Wolfgang Kubin.

I hope it gets you on its wavelength and you let your keyboard answer that you’ve always been a lover of Chinese poetry.

Es handelt sich um den ersten Auftritt der meisten dieser Dichter der so genannten Posthermetischen Schule hierzulande, und er scheint uns durchaus gelungen. Zhai Yongming verehren wir schon seit ihren »Kaffeehausliedern« (2004). Wer in letzter Zeit Wolfgang Kubin gelauscht oder gelesen hat, kennt seine These, daß die wirklich wichtige chinesische Literatur im Bereiche der Lyrik verortet ist. Nun haben Sie die Gelegenheit, diese These zu überprüfen.

Das Buch wird in wenigen Tagen im Buchhandel eintreffen, Bestellungen nehmen wir per E-mail gerne entgegen:

presse/at/weidle-verlag.de


"Hotlist" der Independent Verlage
3. September 2009

Wir wurden nun schon mehrfach gefragt, weshalb wir nicht auf jener "Hotlist" der Independent Verlage, die durch die Presse geistert, zu finden sind. Der Grund ist so einfach wie ernüchternd: Die 20 Verlage, die auf dieser Liste vertreten sind, haben das unter sich ausgehandelt, d.h. andere Verlage wurden nicht informiert. So konnte jeder ein Buch seines Hauses auf die Liste setzen, eine weitere Prüfung fand nicht statt. Ich kann nicht behaupten, daß ich das seriös finde, beim besten Willen nicht. Früher nannte man das Etikettenschwindel, heute nennt man's vielleicht geschicktes Marketing.


Tim Buckley -- Live at the Folklore Center, NYC, March 6, 1967
3. September 2009

Es grenzt an ein Wunder, daß eine neue CD von Tim Buckley erschienen ist! Natürlich ist es keine neue Aufnahme, sondern ein Konzert vom 6. März 1967. Buckley hatte gerade seine erste LP herausgebracht und arbeitete an der zweiten, "Goodbye and Hello". Das Konzert fand in einem winzigen Folk-Club vor etwa 35 Zuhörern statt (dummerweise war ich damals erst 14 und verdammt weit weg), und Buckley spielt nicht nur Songs von seinen beiden Alben, sondern auch 6, die niemals die Rillen der Welt erblickten. Es ist ein grandioses Konzert, ich höre seit Tagen nichts anderes (außer ein paar seltenen unveröffentlichten Aufnahmen seines Sohnes Jeff Buckley, der ein paar Lieder seines Vaters gecovert hat). Tim Buckley war der größte Sänger seiner Generation, die Stimme schwingt sich in ungeahnte Falsetthöhen und ist von einer strahlenden Schönheit. Erst später, auf seinem 4. Album "Happy Sad", hat er sein tiefes Register entwickelt, ab da wird dann seine Musik eher jazzorientiert, behält aber immer den Schmelz, den nur er hat. Was Baudelaire einst über Rimbaud sagte, nämlich er sei "der wahre Gott der Pubertät", trifft durchaus auch auf den jungen Tim Buckley zu: Seine Songs handeln stets von der Sehnsucht, er ist zutiefst romantisch, wie es nur 20jährige sein können. Kurzum, man höre und staune:

Link zu Tim Buckley

Tim Buckley ist am 29. Juni 1975 gestorben, ich erinnere mich noch an die Todesmeldung im Radio. Da war ich seiner Stimme schon verfallen, und das ist so geblieben. Über die Jahre habe ich alles zusammengesammelt, was es von ihm gibt, und hatte auch das nun neu erschienene Konzert schon als Bootleg, allerdings in einer grauenhaften Tonqualität. Gesehen habe ich ihn leider nie, nur seinen Sohn Jeff bei einem Konzert in Köln. Aber das steht auf einem anderen Blatt. Und auf einem dritten Blatte fände man erwähnt, daß der Gestalter der Einbände unseres "Helianth" von Albrecht Schaeffer und des "Napoleon" von Teixeira de Pascoaes, nämlich Michael Biberstein, einst als Roadie für Tim Buckley tätig war.


Kalenderverschiebung
27. Juli 2009

Nicht daß 2010 kein würdiges Kalenderjahr wäre, aber wir haben uns dennoch entschlossen, unseren Ruhrgebietskalender erst im Jahr 2011 wirken zu lassen. Die Gründe liegen in den Bestellgewohnheiten des Buchhandels, dort ist im Frühjahr Kalenderzeit, und dafür sind wir schlicht zu spät dran, wie wir auch ohne Kalender feststellen konnten. Wir produzieren ihn aber noch in diesem Jahr, und unsere Buchhandelsvertreter werden ihn dann bei der Frühjahrsreise 2010 stolz präsentieren.

Heute erschien in der FAZ eine Glosse von Oliver Jungen zu Raymond Federman, Sie finden sie hier:

Link ins Frankfurter Allgemeine

Den dort erwähnten Blog von Raymond Federman gibt's hier:

Link zu Raymond Federman


IANVA
28. Juni 2009

Ausnahmsweise geht es heute mal nicht um Bücher, sondern um Musik: Soeben ist die neue CD einer italienischen Band namens IANVA erschienen, sie trägt den Titel "Italia: Ultimo Atto". Ich verfolge das Schaffen dieser Gruppe seit den Anfängen und bin hingerissen von ihrer Musik, die Wurzeln in den 20er und 30er Jahren des verwichenen Jahrhunderts hat und doch ganz heutig ist. Die erste CD, "Disobbedisco", erschien 2006 und befaßte sich mit einer Szene vom Ende des Ersten Weltkriegs, sie beginnt mit der Stimme d'Annunzios und enthält schon das, was den Charme dieser Band ausmacht: eine nur Italienern in die Wiege gelegte opernhafte Dramatik mit wunderbaren Trompetensätzen. Aber Musik zu beschreiben ist zum Glück in Internetzeiten nicht mehr nötig, man höre selbst:

Link zur Musik

Besonders "Tango della Menade" sei empfohlen.

Die neue CD nun erfaßt in einzelnen Kapiteln die Geschichte Italiens von 1943 bis heute. Wieder beginnt sie programmatisch mit der Stimme Pier Paolo Pasolinis und ist noch aufwendiger produziert und gestaltet als der Vorgänger. Die Texte im schönen Booklet allerdings finden nur auf italienisch statt, eine englische Übersetzung wird es früher oder später im Internet geben.

Die CDs sind in Deutschland nur schwer erhältlich, ich bestelle sie bei der Band selbst und bekomme sogar manchmal eine nette mail zurück. Hier der Link:

Link zur Band

Und da ist die Parallele zu uns Independent-Verlagen: Auch unsere Bücher sind mitunter nicht leicht zu finden, weil die großen Händler sie kaum führen. Zwar ist die Situation noch nicht so gravierend wie in der Musikindustrie, aber besser wird es auf unserem Gebiet auch nicht. Eher schlechter. So bin ich auf Ianva nicht durch den Besuch eines CD-Ladens aufmerksam geworden, sondern durch ein Internet-Forum. Und bin immer wieder erstaunt, wieviel großartige Musik es doch gibt, die weder in den Feuilletons noch im Handel vorkommt. Deshalb werde ich hier von Zeit zu Zeit auf solche Trouvaillen hinweisen.


John Yau in Berlin
17. Juni 2009

Ich übersetze gerade Gedichte von John Yau, die er für eine Lesung in der Akademie der Künste, Berlin, am 4. Juli ausgewählt hat. Näheres hier:

Link zur Lesung

Natürlich werde ich als braver Übersetzer dabeisein. Zumal wir alte Freunde sind und sicher hinterher die Nöte der lokalen Brauereien lindern werden. Wobei wir uns durchaus über angenehme Gesellschaft freuen.

Eine sehr schöne Rezension von Stefan Möller zu Raymond Federmans "Pssst!" ist erschienen und kann hier gelesen werden:

Link zur Rezension


Achim Duchow
9. Juni 2009

Die Ereignisse überschlagen sich, schon gilt es das nächste Buch anzuzeigen, nämlich den Katalog zu Achim Duchow. Ich freue mich sehr, daß wir diesen Katalog verlegen können, denn ich habe den Künstler gekannt, einen äußerlich sehr chaotischen Menschen mit einem verhängnisvollen Hang zur Selbstzerstörung, aber zugleich mit einem scharfen Intellekt und einer großen Begabung gesegnet. Er ist, wie so viele, an sich selbst gestorben. Es gibt zu dem Katalog auch eine Ausstellung in der Galerie Rainer Klimczak, Viersen:

Zur Galerie


"Freund Butler" schafft den Wonnemonat
30. Mai 2009

Was man verspricht, das muß man auch halten. Deshalb darf ich voller Stolz vermelden, daß in der Tat heute die ersten Exemplare des überaus spannenden Romans "Freund Butler" von Jérôme Lafargue hier eingetroffen sind. Das Buch war in Frankreich ganz schön erfolgreich und wird dies hoffentlich hier ebenfalls sein. Um das zu befördern, bin ich über meinen schwäbischen Schatten gesprungen und habe den Preis radikal gesenkt, von 23 EUR auf 19 EUR. Um aber das innere Schweinehundle nicht ganz verhungern zu lassen, ist das Buch nun broschiert, wenn auch selbstverständlich mit Fadenheftung und der aufwendigsten Gestaltung, die Friedrich Forssman und ich je ersonnen haben. Lassen Sie sich überraschen!

Das Buch wird wohl erst in etwa 10 Tagen die Regale der Buchhandlungen bevölkern, wenn überhaupt: Die großen Buchhandelsketten nehmen inzwischen grundsätzlich so gut wie keine Bücher aus Independent-Verlagen mehr ans Lager -- erst wenn diese aus irgendwelchen Gründen dann erfolgreich sind, springen sie auf den davonrasenden Zug auf. Das macht unser Leben nicht leichter, und wir bedauern sehr, daß nun schon einer unserer Lieblingskollegen, Urs Engeler, aufgeben muß. Was wir dringend bräuchten, ist eine Förderung unabhängiger Buchhandlungen mit gutem, breitem Sortiment; ähnlich der Förderung der Programmkinos, die sich gegen das Monopol der Kinoketten stellen, um ein wenig Filmgeschichte zu bewahren. Aber das sind fromme Wünsche (die man ja an Pfingsten durchaus äußern darf).


Wien und weiter
26. Mai 2009

Heute und morgen Frankfurt, nächsten Mittwoch dann schon Wien:

Mittwoch, 3. Juni 2009, 19 Uhr

Literaturhaus, 1070 Wien, Abendeingang Zieglergasse 26 A

Eintritt frei

Einlaß: 30 Minuten vor Veranstaltungsbeginn

Lesung und Buchpräsentation

SALAMON DEMBITZER: VISUM NACH AMERIKA. Roman

Einführung: GUY STERN (Prof. em. Wayne State University, Detroit)

Es liest Burgschauspieler JOSEPH LORENZ

Frühsommer 1940: Die Nationalsozialisten greifen die neutralen Länder Belgien und Holland an, eine Massenflucht nach Frankreich setzt ein. Zehntausend Vertriebene, unter ihnen der Schriftsteller Sylvian Horn und seine Gefährtin, müssen bald erfahren, daß die Wehrmacht nicht an der Grenze zu Frankreich haltmacht.

Schonungslos schildert Salamon Dembitzer die Geschichte einer Liebe unter den Bedingungen von Entbehrung, Furcht und Heimatlosigkeit. Er verarbeitete im Roman seine eigene Flucht nach Portugal.

Der Literaturwissenschaftler und Doyen der Exilforschung GUY STERN, geboren 1922 in Hildesheim, emigrierte 1937 in die USA. Er gehörte, wie Hans Habe oder Stefan Heym, zu jenen "Ritchie Boys" genannten Absolventen eines US-Ausbildungscamps, das vorwiegend aus jungen deutschen Flüchtlingen bestand und 1944 mit den alliierten Truppen in Frankreich eintraf, um das Kriegsende propagandistisch zu beschleunigen. 2004 hat Regisseur Christian Bauer ihre Geschichte verfilmt.

http://www.ritchieboys.com/

Eine Rezension von "Visum nach Amerika" finden Sie unter:

http://www.literaturhaus.at/buch/buch/rez/Dembitzer/

Aber es gibt noch mehr zu vermelden: In der Woche nach Pfingsten wird nun endlich der Roman "Freund Butler" von Jérôme Lafargue ausgeliefert! Es hat mal wieder ziemlich lange gedauert, aber das kennen wir ja. Das Buch aber hat's in sich. Wir verschicken gerne Leseexemplare an Buchhändler.


Autumn Leaves
5. Mai 2009

Wir haben im Frühjahr den alljährlichen Herbstfleiß entwickelt und die Vorschaublätter gestaltet, erstmalig in Farbe. Sie sind hier zu bewundern:

Link zum Herbst

Die Vorschau kann natürlich auch auf Papier bezogen werden, eine mail an presse(at)weidleverlag.de genügt völlig. Die Presseaussendung findet nächste Woche statt, dann ist Benedikt Viertelhaus aus Istanbul zurück und schleppt die Briefkörbe mit mir zur Post.

Eine erste Erwähnung unseres Belletristik-Titels »Frühstück mit Mick Jagger« von Nathalie Kuperman kann man in der neuen Ausgabe der Zeitschrift BuchMarkt finden, auf Seite 36 dieses sehr zu empfehlenden Blattes.

Ansonsten stehen die nächsten Veranstaltungen vor der Tür, am 27. Mai stellen wir im Frankfurter Holzhausenschlößchen das Buch »Die Braut im Zwielicht« von Eric Koch vor, der Autor wird aus Kanada anreisen.

Am 3. Juni sind wir dann in Wien, um gemeinsam mit Guy Stern den Roman »Visum nach Amerika« von Salamon Dembitzer im Literaturhaus der Donaumetropole zu präsentieren.

Und, last not least: Unser in Verzug befindlicher letzter Frühjahrstitel »Freund Butler« von Jérôme Lafargue ist ins Endstadium der Korrektur eingetreten und erscheint noch in diesem Wonnemonat!


Verlagspräsentation in Kevelaer
19. April 2009

Was sollte man dem noch hinzufügen wollen?

Verlagsprofile (5): Weidle Verlag, Bonn

Am 24. April, 19.30 Uhr, wird die Reihe "Verlagsprofile" fortgesetzt. Zu Gast ist dann der Weidle Verlag, der seinen Sitz in Bonn hat und Anfang der 90er Jahre gegründet wurde - der Verleger Stefan Weidle, der das Haus zusammen mit seiner Frau Barbara betreibt, schreibt dazu: "Mittlerweile ist der Verlag so alt geworden, daß sich die Gründungsgeschichte im Dunkel der frühen 90er Jahre verloren hat."

Im Katalog der Kurt Wolff Stiftung "Es geht um das Buch. Bücher unabhängiger Verlage 2008/09" stellt sich der Verlag mit folgenden Worten vor:

"Der Weidle Verlag widmet sich in erster Linie der Literatur der 20er und 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts, besonders Autoren, die ins Exil gehen mußten und nach 1945 in Vergessenheit gerieten. Das Spektrum spiegelt die Vorlieben des Verlegers; so gibt es zwei Bücher von D. H. Lawrence, und die Gegenwartsautoren nehmen zu: Ana Nobre de Gusmão, Laima Muktupavela, Otto A. Böhmer, Raymond Federman, Jörg W. Gronius, Wolfgang Kubin, Johannes Muggenthaler. Auch die Kunst hat Raum, die Umschläge werden oft von Künstlern gestaltet, der Verlag publiziert Kunstkataloge. Die Gestaltung aller Bücher liegt in den Händen von Friedrich Forssman, was zu zahlreichen Auszeichnungen durch die Stiftung Buchkunst geführt hat. 2008 wurde gar der Band "Die Geistigen" von Salamon Dembitzer für den Deutschen Designpreis nominiert! 2000 erhielt der Verlag den Karl Heinz Zillmer Preis, 2005 den Kurt Wolff Preis."

Freitag, 24. April 2009, 19.30 Uhr

Verlagsprofile (5): Weidle Verlag, Bonn

Buchhandlung Reul

Basilikastraße 4

47623 Kevelaer

http://www.monnier-beach.de/

Eintritt frei


George Grosz returns
Das kann nicht wahr sein! Die New York Times veröffentlicht eine recht kurze, aber inhaltlich richtige Meldung, daß die Erben von George Grosz das MoMA auf Herausgabe des "Bildnis Max Herrmann-Neisse" und zweier weiterer Werke von Grosz verklagen. Nachzulesen hier:

Link zur New York Times

Die dpa macht dann eine Meldung daraus, die einen saublöden Fehler enthält. Die NYT schreibt, daß die illegale Verkäuferin des Bildes, Charlotte Weidler (keine Steigerung von mir!), angab, es von Flechtheim erhalten zu haben, und bei dpa heißt es, George Grosz habe es ihr geschenkt. Die Schlamperei ist nachzulesen u.a. hier:

Link zum Standard

In unserem Buch von Ralph Jentsch steht ganz richtig: "Im Dezember 1952 wird das restaurierte Gemälde »Bildnis Max Herrmann-Neisse« im Museum of Modern Art in New York erstmals als Neuerwerbung ausgestellt. Kurz darauf muß Grosz während eines Museumsbesuchs das Bild gesehen haben, denn er schreibt in einem Brief vom 8. Januar 1953 an seinen Schwager Otto Schmalhausen nach Berlin: »Modern Museum stellte ein mir gestohlenes Bild aus (bin machtlos dagegen) sie habens von Jemand gekauft, ders gestohlen.«"


Bob Dylan etc.
3. April 2009

Der jetzt schon viel weniger beliebte Fernsehsender RBB hat sich jeglichen Hinweis auf die Existenz des Buches von Ralph Jentsch über George Grosz und Alfred Flechtheim verkniffen. Auf unsere sanfte Beschwerde hin flossen die Krokodilstränen reichlich. Fernsehen eben. Ich weiß schon, weshalb ich mir das nicht antue.

Bob Dylan und Max Schmeling aber verstanden sich prächtig, ich habe gar einen Artikel über das Konzert im Bonner General-Anzeiger veröffentlicht, und der geht so:

Ein sehr geachteter Musiker

Bob Dylan in der Berliner Max-Schmeling-Halle

von Stefan Weidle

Stolz meldete die Schwäbische Zeitung vor ein paar Tagen, dass ein bedeutender schwäbischer Hersteller von Mundharmonikas soeben einen Exklusivvertrag mit Bob Dylan abgeschlossen habe, einem "sehr geachteten Musiker". Tatsächlich spielte Bob Dylan beim Konzert am Mittwoch in Berlin mehr Mundharmonika als in den letzten Jahren, kein Wunder, denn das Instrument trägt nun den Namen "Bob Dylan Signature Harp". Eine weitere Ehrung für einen Künstler, an dem alle Ehrungen abprallen, ebenso wie die Verehrung seines Publikums, das er während des Konzerts kaum eines Blickes würdigt. Bob Dylan lebt in einer eigenen Welt, und immer wieder lässt er uns Nachrichten daraus zukommen, zuletzt über seine Website den Song "Beyond Here Lies Nothin’" von seiner neuen CD, "Together Through Life". Darin heißt es: "Jenseits des Hiesigen liegt nichts / nur das Gebirge der Vergangenheit". Eine starke Aussage für jemanden, der einst ein strenggläubiger Christ war und sich nun, 67-jährig, mit seinem Tod beschäftigt.

Im Konzert streifte Dylan mit seiner fast zu perfekten Band durch das Gebirge seiner und unserer Vergangenheit, von "Blowin’ in the Wind" (1962) bis "Spirit on the Water" (2006). Auch diesmal waren einige Überraschungen dabei, das Repertoire ist fast unerschöpflich, und wie er diese ungeheure Menge an Texten im Kopf behält, bleibt sein Geheimnis – im letzten Jahr spielte er bei 100 Konzerten nicht weniger als 86 verschiedene Lieder. Er begann mit "The Wicked Messenger", später gab es eine unerwartete Fassung von "You Ain’t Going Nowhere", das man allein am Text erkennen konnte. Das gilt für viele seiner Songs, denn Dylan verändert sie fortwährend, sie bleiben für ihn ein Work in Progress (längst kein Work in Protest mehr). Seine Stimme hat unter den zahllosen Konzerten der letzten 21 Jahre gelitten, ihm fehlen die Höhen, doch die Intensität, die Unbedingtheit seines Gesangs machen das wett. Es gibt da kein Moment der Nostalgie, kein Schwelgen in vergangenen Zeiten. Alles ist hier und jetzt, die Songs stehen ständig auf dem Prüfstand der Gegenwart, Dylan überprüft sie, und sie wiederum prüfen den Hörer: Bist du mitgegangen? So wird "Like a Rolling Stone"von der bissigen Hippie-Hymne gegen die jeunesse dorée plötzlich zum Soundtrack der Finanzkrise: "Nimm jetzt deinen Brillantring / und trag ihn ins Pfandhaus". Das dürfte dieser Tage häufig geschehen. Und wenn er in "Things Have Changed" singt: "Ich hatte mal Mitgefühl / aber die Dinge haben sich geändert", so meint man einen heutigen Investmentbanker über "Humankapital" sprechen zu hören. Dylans Gedichte sind wie alle bedeutende Lyrik überzeitlich und damit stets zeitgenössisch.

Der Höhepunkt des Konzertes aber war "Love Sick", das er mit metallisch-schneidender Stimme sang. Ein Lied, das vom Überdruss an der Liebe handelt ("I’m sick of love") und doch mit den Zeilen endet: "Ich weiß nicht, was ich tun soll / ich gäbe alles / um bei dir zu sein".

Die Tour geht weiter, zunächst nach München und Saarbrücken, danach wird die nächste Tour folgen, und wieder werden sich die Dinge geändert haben. Samuel Beckett schrieb einst: "Das Ende liegt im Anfang, und trotzdem macht man weiter." Bob Dylan lebt diesen Satz.


Ralph Jentsch im RBB Fernsehen
1. April 2009

Morgen abend, 2. April 2009, strahlt der allseits beliebte Fernsehsender Radio Berlin-Brandenburg, in Fankreisen als RBB bekannt, einen Beitrag über Ralph Jentsch und seine Forderung nach Restitution von Bildern, die George Grosz gestohlen wurden, aus. Jentschs Buch zum Thema haben wir publiziert. Die aufregende Sendung beginnt um 22:20 Uhr und heißt "Stilbruch". Eine detaillierte Beschreibung finden Sie hier:

Link zur Sendung

Wir verfolgen heute abend die Begegnung zweier Legenden: Bob Dylan und Max Schmeling!


DER SPIEGEL
Zu unserer großen Freude durften wir eben im SPIEGEL nächster Woche einen zwei Seiten langen Artikel von Michael Sontheimer über Ralph Jentsch und seine Nachforschungen über den Verbleib zahlreicher Gemälde von George Grosz lesen. Selbstverständlich ist sein bei uns erschienenes Buch "Alfred Flechtheim und George Grosz. Zwei deutsche Schicksale" darin als Quelle erwähnt. Aus urheberrechtlichen Gründen kann ich den Artikel hier nicht zitieren, muß also zum Kauf des Heftes raten. Ich habe es als e-paper für 3,70 EUR erworben und hoffe sehr, daß sich diese Ausgabe amortisieren wird.

Mehr gibt es hier:

Link zum Buch


Wir gratulieren!
21. März 2009

Pünktlich zum Frühlingsbeginn erfahren wir, daß unser Autor Raymond Federman im Mai die Ehrendoktorwürde des Washington College verliehen wird. Das Washington College wurde noch zu Lebzeiten seines Namenspatrons George Washington, nämlich 1782, in Chestertown, Maryland, gegründet und gilt heute als eines der 100 besten amerikanischen Colleges. Grund genug, stolz auf diese Auszeichnung zu sein, mit der u.a. schon Franklin D. Roosevelt und Harry Truman geehrt wurden.

Wir erheben das Glas ...

Wer sich unserer Gratulation anschließen möchte, schreibe direkt an Raymond Federman unter

moinous(at)aol.com


E-Books
16. März 2009

Nachdem wir die Leipziger Buchmesse an Leib und Seele weitestgehend unbeschadet überstanden haben, ist uns direkt heute die Berliner Zeitung in die Hände gefallen, die ein Interview mit dem "Kleinverleger Stefan Weidle" publiziert hat. Wer es unbedingt nachlesen möchte, sei vertrauensvoll auf das Internet verwiesen, genauer hierher:

Link zur Berliner Zeitung


Salamon Dembitzer in Leipzig!
9. März 2009

Mit einer an Magie grenzenden Pünktlichkeit ist ein neues Buch heute in die große Welt unseres Verlagsbüros getreten und sofort aus seinem braunen Pappgefängnis befreit worden. Es handelt sich um:

Salamon Dembitzer, Visum nach Amerika.

Mit stolzgeschwellter Brust werden wir das Buch an unserem Leipziger Buchmessenstand präsentieren. Wie jedes Jahr findet man uns unschwer am Stande der Verlagsvertretung Grabert/Heckel/Krause, Halle 5, D 110/112, oder aber bei der Kurt Wolff Stiftung, Halle 5, E 109.


Visum nach Amerika
22. Februar 2009

Voller Stolz kann ich vermelden, daß der angekündigte Roman von Salamon Dembitzer: »Visum nach Amerika« inzwischen in statu imprimendi, vulgo im Druck, ist. Ich kenne kein anderes Buch über das Exil, das mit einer so kalten Präzision den Seelenzustand der Flüchtenden seziert. Ein ganz großartiger Roman, der mich immer wieder an Célines »Reise ans Ende der Nacht« erinnert hat. Die Fahnen liegen vor und können zu Rezensionszwecken bestellt werden, das Buch erscheint dann zur -messe in Leipzig, die am 12. März ihre Drehkreuze öffnet. Wir werden hinfahren und von Donnerstag mittag bis Samstag abend anwesend sein. Standnummer etc. teile ich noch rechtzeitig mit. Hanne Kulessa wird auf der Messe lesen, und zwar am Sonntag, dem 15. März 2009, 14:30 bis 15:00 Uhr

Ort: Leipzig liest, Forum Halle 4, Stand D111.

Wir waren noch auf einer anderen Buchmesse, nämlich der in Jerusalem, diesfalls als Vertreter der Kurt Wolff Stiftung. Es war durchaus interessant, auch wenn die Zahl der Deutsch lesenden Israelis stark abnimmt. Immerhin aber konnte ich dort der Vorstellung des neuen Romans von Atiq Rahimi, »Syngué Sabour : La pierre de patience«, beiwohnen und habe das Buch sofort erstanden, signieren lassen und direkt gelesen. Ich war hingerissen! Rahimi hat 2008 den Prix Goncourt dafür bekommen, zu Recht. Schade, daß sicher schon ein deutscher Großverlag seine gierigen Finger nach dem Buche ausgestreckt haben wird.


Hanne Kulessa liest
3. Februar 2009

Wir haben die Ehre, abermals zwei Lesungen von Hanne Kulessa ankündigen zu dürfen, deren erste sich in unmittelbarer zeitlicher Nachbarschaft befindet:

Donnerstag, 5. Februar, 20 Uhr:

Hanne Kulessa liest aus ihrem Roman »Der Große Schwarze Akt«

Hessisches Literaturforum im Mousonturm

Waldschmidtstraße 4

60316 Frankfurt am Main

www.hlfm.de

Auf die zweite darf man sich noch etwas länger freuen:

Montag, 9. Februar, 20 Uhr

Saarländisches Künstlerhaus

Karlstraße 1

66111 Saarbrücken

www.kuenstlerhaus-saar.de

Und diese Lesung wird, kaum verhallt, am 24. Februar ab 20:04 Uhr in SR 2 KulturRadio (»Literatur im Gespräch«) für alle Ohren zugänglich sein.

Mit diesen sachdienlichen Hinweisen gratulieren wir unserer Autorin herzlichst zu ihrem heutigen Wiegenfest!


Neues Jahr
8. Januar 2009

Frisch aus dem Urlaub zurückgekehrt, wünsche ich allseits ein vergnügliches Neues Jahr.

Ich habe in den Ferien zum ersten Mal ein Buch aus dem eigenen Verlag gelesen, so absurd das klingen mag -- aber schließlich liest man als Verleger jeden Text mindestens drei Mal, bevor er als Buch erscheint, und dann kennt man ihn und hat außerdem Angst, das fertige Buch zu öffnen, weil es Setzfehler enthalten könnte. Diesmal aber war die Publikation sehr lange her (1995), und es handelte sich um eines meiner Lieblingsbücher, den "Helianth" von Albrecht Schaeffer, drei Bände mit zusammen fast 2000 Seiten. Ich habe die Lektüre sehr genossen (ja, es gibt ein paar Setzfehler, aber trotzdem ...). Näheres zu dem Roman findet man hier:

Link zum Helianth

Danach las ich ausnahmsweise eine Neuerscheinung, "Der Turm" von Uwe Tellkamp, auch mit Setzfehlern, doch erfreulicherweise in alter Rechtschreibung -- 1000 Seiten in neuer wären denn doch verdammt hart gewesen. Das Buch ist (für einen Großverlag) ungewöhnlich schön gestaltet, gar mit Ligaturen versehen, auch wenn diese generell gesetzt sind, also auch über Morphemgrenzen hinweg ("Aufführung" hat ebenso die Ligatur wie "offen"). Der Roman hat mich sehr beeindruckt, auch wenn man ihm einen entschiedeneren Lektor gewünscht hätte, der dem Autor einige Selbstverliebtheit ausgeredet hätte. Doch weiß ich, wie schwer das ist ...

Nun aber hat mich der Alltag wieder, und ich werde nächste Woche die Frühjahrsvorschau verschicken und dann ans Lektorat der neuen Titel gehen, zuerst kommt "Visum nach Amerika" von Salamon Dembitzer; ich freue mich sehr darauf, denn bislang kenne ich nur die englische Übersetzung des Romans.

Last not least möchte ich den diesjährigen Kurt-Wolff-Preisträgern gratulieren, dem Peter Hammer Verlag (unseren freundlichen Standnachbarn auf der Frankfurter Buchmesse) und dem Wehrhahn Verlag (der u.a. auch ein Buch unseres Autors Jörg W. Gronius publiziert hat).


Frühjahr 2009
10. Dezember 2008

Angesichts der herrschenden klimatischen Bedingungen scheint das Frühjahr zwar noch in unerreichbarer Ferne zu liegen, doch haben wir es bereits gewagt, eine Vorschau darauf zu entwerfen, um die Vorfreude zu schüren.

Link zur Vorfreude

Da Weihnachten vor der Tür steht, möchten wir an unseren Merkspruch erinnern: Schenke von Herzen, doch was es auch sei, ein Weidlebuch ist immer dabei.

In diesem Sinne wünschen wir allen eine frohe Weihnachtszeit.


Raymond Federman in der FR
9. Dezember 2008

Heute erschien in der Literaturbeilage der Frankfurter Rundschau eine ganz wunderbare Rezension des Buches »Pssst!« von Raymond Federman, geschrieben hat sie Martina Meister, und lesen kann man sie hier:

Link zum Artikel


Auszeichnung!
3. Dezember 2008

Zu unserer großen Freude erfahren wir eben, daß die Stiftung Buchkunst uns ein weiteres Mal ausgezeichnet hat. Raymond Federman: »Pssst! Geschichte einer Kindheit« ist eines der schönsten Bücher des Jahres 2008! Wir danken Katharina Hinsberg, Friedrich Forssman, der Druckerei Reinheimer und der Buchbinderei Schaumann. Und natürlich dem Autor.

In diesem Jahr wurden 1072 Bücher eingereicht, von denen 62 eine Auszeichnung bekamen.


Hanne Kulessa live in Darmstadt
24.10.

Wer unsere News nicht regelmäßig liest, mag eventuell vielleicht übersehen haben, daß eine weitere Lesung von Hanne Kulessa sich in der näherrückenden Zukunft befindet. Am 27. Oktober, einem Montag übrigens, wird sie dann um 20 Uhr Gegenwart, und zwar im Literaturhaus Darmstadt. Also nichts wie hin, bevor sie sich der Vergangenheit eingliedert.

Link ins Literaturhaus


Buchmesse
Wir haben die Messe knapp, aber verdient überstanden, selbst die erwarteten gesundheitlichen Schäden sind ausgeblieben. Wir danken allen Besuchern für ihr Interesse und die Nichtweitergabe gefährlicher Viren. Aus anderen Verlagen hörten wir schon von diversen Bettlägerigkeiten und wünschen gute Besserung. Merke: Wer sich gegen Grippe impft / nie mehr auf dieselbe schimpft.

Nun hat uns der Alltag wieder, und der brachte heute nicht nur Gereimtes, sondern auch das neue Buch, nämlich

Eric Koch: Die Braut im Zwielicht. Erinnerungen.

Mit einem Vorwort von Alfred Grosser

Aus dem Englischen von Ruth Keen und Stefan Weidle

Dank der Großherzigkeit der Druckerei Reinheimer in Darmstadt gibt es wieder ein Streifenplakat dazu, es kann per mail bestellt werden (presse(at)weidleverlag.de).

Am 27. Mai wird Eric Koch in Frankfurt sein, um sein Buch im Holzhausenschlößchen vorzustellen. Die Schirmherrschaft über die Veranstaltung hat freundlicherweise die Frankfurter Oberbürgermeisterin, Petra Roth, übernommen.

Aber bis dahin fließt noch viel Wasser aus dem Main in den Rhein.


Raymond Federman
6. Oktober 2008

Die Buchpräsentation von "Pssst!" in Paris verlief reibungslos, und wir hatten gar noch Zeit, die wunderbare Mantegna-Ausstellung im Louvre zu sehen.

Die Post hat ein kleines Wunder vollbracht und das Buch in einer knappen Woche zu seinem Autor nach San Diego gebracht. Raymond Federman hat uns diese mail geschrieben:

"What a beautiful book to hold and behold.

The white jacket with the little black holes in it

The black cover of the book itself with the red Pssst

The red pages inside the cover and then the text -- the words so well placed on the pages

I turned every page of the book -- stopping here and there to read a few lines -- yes my German is good enough to recognize what I wrote and to appreciate how Andrea made my words speak German

It is obvious -- Erica said as her turn came to hold the book -- that this book was made with care and with affection and with an understanding of what it is.

Meine Mutter would have been proud of that book and of me.

Thank you Stefan and whoever else made this beautiful book."

Das Buch sollte nun auch bald in den Handel geraten, die Rezensionsexemplare sind teilweise schon verschickt, Bestellungen nehmen wir gerne entgegen.

Am Samstag habe ich Leonard Cohen in Berlin gesehen. Unbeschreiblich.

Und morgen geht's weiter nach Wien, am Donnerstag um 20 Uhr findet im phil, Gumpendorfer Str. 10-12, die Präsentation unseres Materialienbandes zu Walter Abish statt.

Unsere Standnummer auf der Buchmesse: Halle 4.1, F 137. So long.


Pssst!
27. September 2008

Heute früh kamen die ersten 30 Exemplare des neuen Buches von Raymond Federman, "Pssst! Geschichte einer Kindheit". Da der Schutzumschlag eine Lochstanzung bekam, hatte ich keine haargenaue Vorstellung, wie das Buch schließlich aussehen würde. Und war -- man sehe mir das große Wort ausnahmsweise nach -- überwältigt. Es ist ein wunderschönes Buch geworden, das eine selten dichte Einheit von Gestaltung und Inhalt bietet. Das ist Katharina Hinsberg und Friedrich Forssman zu verdanken, die das Umschlagskonzept entworfen haben und sich dabei etwas vorstellen konnten, was nun Realität geworden ist. Wer Katharina Hinsbergs Arbeit nicht kennt, bekommt hier einen Einblick:

Link zu Katharina Hinsberg

Das Buch ist also da und kann bestellt werden. Ein Streifenplakat haben wir dank der Druckerei Reinheimer ebenfalls anzubieten.


Going on tour
24. September 2008

Nächste Woche gehen wir auf Tournee! Zunächst sind wir am 3. Oktober in Paris. Dortselbst nämlich wird um 16:30 Uhr im Goethe-Institut, 17 avenue d'Iéna, das dann druckfrische Buch von Raymond Federman, "Pssst! Geschichte einer Kindheit" vorgestellt, übrigens in Anwesenheit des Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen, Jürgen Rüttgers. Den Rahmen bildet die Verleihung des Übersetzerpreises des Landes NRW an Pierre Deshusses. Da dieser unter anderem unseren Hausgott Heimito von Doderer ins Französische übertragen hat, hat er jeden Preis der Welt verdient. Unsere bereits preisgekrönte Übersetzerin, Andrea Spingler, wird ebenfalls anwesend sein.

Am 4. Oktober besuchen wir in Berlin eine andere Tournee, die von Leonard Cohen.

Am 9. Oktober sind wir in Wien. Um 20 Uhr findet im phil, Gumpendorfer Str. 10-12, die feierliche Vorstellung unseres Materialienbandes zu Walter Abish statt; der Herausgeber, Robert Leucht, wird mehr als die Honneurs machen, und der großartige Schauspieler Markus Hering wird aus Werken von Abish lesen.

Am 10. sind wir wieder zurück, und am selben Abend um 20 Uhr liest Hanne Kulessa aus ihrem Roman "Der Große Schwarze Akt" in der Berger Bücherstube, Marktstr. 15, in Frankfurt (Bergen-Enkheim).

Dann ist schon wieder Buchmesse (ächz!), Sie finden uns unschwer am gewohnten Ort, Halle 4.1, F137. Morgen wagen wir den entscheidenden Schritt zu einer erfolgreichen Messe und lassen uns gegen Grippe impfen.


Platz 4
22. September 2008

Der Oktober verspricht golden zu werden. Sagt zumindest der SWR und hat Hanne Kulessas Roman "Der Große Schwarze Akt" dementsprechend auf Platz 4 der Bestenliste gesetzt. Was sagt man dazu? Wow vielleicht?

Eine schöne Besprechung des Romans aus der FAZ kann man hier nachlesen: Link zur FAZ


Eric Koch
15. September 2008

Das Wochenende verbrachte ich in Kassel, um mit Friedrich Forssman das nächste Buch zu setzen:

Eric Koch, »Die Braut im Zwielicht. Erinnerungen«. Mit einem Vorwort von Alfred Grosser.

Nunmehr also ist die Fahne da und kann zu Rezensionszwecken bestellt werden. Zur Übersetzung, die Ruth Keen und ich uns geteilt haben, schrieb mir Eric Koch gestern:

»Lieber Stefan,

Ich bin völlig begeistert von der Übersetzung. Das Buch ist jetzt viel besser als im englischen Original. Ich hab’s ja auf englisch mit einem deutschen Accent geschrieben! Erst jetzt klingt es richtig. Als ich es las, kam es mir vor, als ob ich es auf deutsch geschrieben hätte, obwohl ich das nie gekonnt hätte.

Ich gratuliere.

Und bin sehr dankbar.

Eric«

Ein schöneres Kompliment habe ich nie bekommen. Es gilt natürlich auch Angelika Singer, die aus den Übersetzungshälften eine Einheit gemacht hat. Und Carolina López, die mir bei meiner Hälfte assistierte.

Für Umschlag und Einband haben wir uns ziemlich viel einfallen lassen (Friedrich Forssman natürlich mehr als ich), das Ergebnis wird ungläubiges Staunen hervorrufen.

Jetzt beginnt die Fahnenkorrektur.


Buchpremiere
Buchpremiere

9. September 2008

Gestern nun fand die feierliche Buchpremiere des »Großen Schwarzen Akts« im Frankfurter Holzhausenschlößchen statt. Hanne Kulessa las, Clemens Greve führte ein, die Massen strömten, der anfangs unter seiner Last beinahe zusammenbrechende Büchertisch konnte sich rasch entspannen. Sogar ein prominenter Autor eines Bonner Verlags war erschienen, Otto A. Böhmer! Grenzenloser Jubel umtoste die mit Blumen überschüttete Autorin. Einen kleinen Eindruck von den Details erhalten Sie hier:

Link zum BuchMarkt

Wer das epochale Ereignis verpaßt hat, kann Hanne Kulessa am 27. Oktober im Literaturhaus Darmstadt lauschen, genauere Angaben finden Sie hier:

Link ins Literaturhaus


Raymond Federman
4. September 2008

Soeben erhielt ich eine Mail von Friedrich Forssman, daß die Proofs des Buches von Raymond Federman fehlerlos seien. Was bei der Qualität unserer Druckerei, Reinheimer in Darmstadt, nicht weiter verwundert. Die Produktion kann also anlaufen, und am 3. Oktober werden wir in Paris erste Exemplare haben. Der französische Originalverlag, Léo Scheer, hat einen sehr schönen Film über Raymond Federman und sein Buch ins Netz gestellt. Darin besucht er den Schauplatz seiner Kindheit und liest aus »Chut« (so der Originaltitel, bei uns heißt das Buch »Pssst! Geschichte einer Kindheit«).

Link zum Film


Walter Abish
Soeben klingelte es an der Bürotür, und ein tropfnasser Paketbote trug schimpfend Pakete ins Haus. Diese aber enthielten durchweg Erfreuliches, nämlich das neueste Verlagswerk:

Robert Leucht (Hg.), 99 Arten das Ich und die Welt zu erfinden. Walter Abish: Materialien und Analysen

Es handelt sich um den ersten Band zu Walter Abish hierzulande, und er ist sehr schön geworden, wie ich ganz objektiv feststellen muß. Eigentlich hätte das Buch schon im Mai erscheinen sollen, doch traten 99 Gründe auf den Plan, die eine Verspätung von fast 99 Tagen bewirkten. Ich habe den Herausgeber bereits gebeten, künftig bei der Wahl seiner Titel vorsichtiger zu sein.

Die Auslieferung an den Buchhandel erfolgt in den nächsten Tagen, ganz Eilige können direkt von uns beziehen. Ab sofort.


Hanne-Kulessa-Plakat
Nunmehr ist das sehr hübsche Streifenplakat zu "Der Große Schwarze Akt" von Hanne Kulessa eingetroffen und kann unentgeltlich bestellt werden. Friedrich Forssman hat es gestaltet und den gesamten Text der immerhin 215 Seiten darauf untergebracht. Besonders gut lesen kann man das Buch auf diese Art nicht, doch kam es darauf auch nicht unbedingt an. Wir bedanken uns bei der Druckerei Reinheimer in Darmstadt für dieses wunderbare Geschenk. Bestellungen an: presse("at")weidle-verlag.de


TAZ, 26. Juli
In der Taz von besagtem Tage findet sich ein kluger Artikel zu den Problemen der unabhängigen Verlage (die gibt es wirklich!)

Link zum Artikel

Ich habe gar einen Leserbrief geschrieben, der so aussieht:

Das Problem der kleinen und mittelgoßen Verlage ist richtig erkannt, doch ist die vorgeschlagene Lösung einer Subventionierung der Independents (so nennen wir uns, nach Walther Matthau in Don Siegels "Der große Coup") per Regaleinkauf in den Konzernbuchhandlungen der falsche Weg: Warum sollte man der "Buchmafia" auch noch Geld in den Rachen werfen? Ich sehe statt dessen zwei andere Möglichkeiten: 1. Direktförderung der Independents, wie das etwa in Österreich geschieht. Schließlich leisten wir wesentliche Arbeit für das Kulturgut Buch, und diese wird wegen der beschriebenen Probleme der schwindenden Absatzmärkte immer schwieriger bzw. zunehmend unfinanzierbar.

2. Förderung der unabhängigen Buchhandlungen. Dazu kann jeder Buchkäufer sein Scherflein beitragen, indem er oder sie eben nicht in die Buchkaufhäuser geht, sondern in unabhängige Buchhandlungen, die ein gutes Programm vertreten. Wenn diese Buchhandlungen aussterben, ist das letzte Stündlein der Independents angebrochen. Diese Buchhandlungen aber sollten auch vom Staat gefördert werden. Man könnte z.B. ähnlich wie bei den Programmkinos alljährlich Preise für unabhängige Buchhandlungen mit anspruchsvollem Sortiment vergeben. Neben der finanziellen Unterstützung schüfe man damit auch noch Anreize. Die Verteilung der Preise könnte die Kurt Wolff Stiftung übernehmen, die die Interessen der unabhängigen Verlage vertritt.

Stefan Weidle

Weidle Verlag, Bonn

Vorstand der Kurt Wolff Stiftung, Leipzig


Interview im Deutschlandfunk
Am 21. Juli des laufenden Jahres hat der Deutschlandfunk innerhalb der Sendung "Corso" ein Interview mit mir ausgestrahlt. Wer es nachhören möchte, wende sich vertrauensvoll an diese Seite:

Link zur Sendung


Juhu, wir haben eine News-Seite!
"If you cannot bring good news / then dont bring any." Bob Dylan

Willkommen auf unserer funkelnagelneuen News-Seite! Und herzlichsten Dank an Bettina Munk für die Einrichtung derselben. Sie hat noch ein paar Kinderkrankheiten (nicht Bettina Munk, sondern die Seite, versteht sich), deshalb ist der so gravitätisch gesetzte Apostroph im dont nicht zu sehen. Er war aber da, Indianerehrenwort!

Auf dieser Seite werden wir gelegentlich Dampf aus der Gerüchteküche ablassen und Stellung nehmen zu weltbewegenden Themen wie etwa dem bevorstehenden Erscheinen von Hanne Kulessas Roman "Der Große Schwarze Akt". Das Buch ist bereits fertig, wird jedoch erst am 10. August an den Buchhandel ausgeliefert. Wir haben es für den Deutschen Buchpreis eingereicht und bitten höflich um kollektives Daumendrücken. Es ist schon ein sehr besonderes Buch, voll wahrer Lügengeschichten. Aber lesen Sie selbst! Bestellungen nehmen wir dankendst schon jetzt entgegen. Den ersten 9 Bestellern winkt gar eine erstaunliche Erfolgsprämie in Gestalt einer silbrigglänzenden CD mit einer 15minütigen Lesung der Autorin selbst!!! Da heißt es zugreifen!